Trump-Zölle: Börsen-Massaker
Donald Trump hat der Welt den „Zollkrieg“ erklärt und die Börsen auf Talfahrt geschickt. Prinzipiell erachten die Experten von Raiffeisen Research „nur“ eine kurzfristige Handelsdisruption als eher unwahrscheinlich.
Die Spezialisten meinen: „Die Trump-„Gegenseitigkeitszölle“ liegen am oberen Rand von erwarteten Bandbreiten. Aktuell liefern die USA die heftigste protektionistische Eskalation in der Weltwirtschaft seit hundert Jahren ab. Der größte Importeur der Welt schreibt derzeit und wohl nachhaltig die Handelspolitik neu. Dessen sollten wir uns als – teilweise einseitig normativ-positiv orientierte – freihandelsoptimistische Europäer bewusst sein!“
Hohe US-Zölle
Hier einige Kernaussagen von Raiffeisen Research in Zeiten extremer Unsicherheit über die Entwicklungen der kommenden Tage und Wochen an der Börse und in der Weltwirtschaft:
* Der effektive Zollsatz für US-Importe als Gesamtes steigt durch die angekündigten US-Zölle (Basiszoll + bilaterale Zölle) auf 20 % Plus; in den letzten Dekaden waren hier Werte um die 5 % oder darunter gültig.
* Wir erwarten mittel- bis langfristig deutlich höhere US-Zölle, auch wenn im Jahresverlauf 2025 sowie in den kommenden Jahren eine Reduktion bei den „Gegenseitigkeitszöllen“ möglich ist.
* Der Fokus auf bilaterale Handelsbilanzdefizite legt nahe, dass es hier nicht nur um die Schaffung von Verhandlungsmasse für Zollsenkungen geht, sondern eine nachhaltige Änderung von globalen Handelsströmen und Wertschöpfungsketten, strukturell geringere US-Importe und Produktionsverlagerungen in die USA werden.
* Wir sehen zähe Verhandlungen voraus. Weltwirtschaftlich gesehen erwarten wir uns selbst in einem „Handelskrieg-Szenario“ aber kein Abrutschen in ein Szenario wie in den 1930er Jahren. Die Notenbanken würden in einem Eskalationsszenario anders agieren als in den 1930er Jahren, die USA ist global gesehen viel „unbedeutender“ als damals.
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Raiffeisen Research/HK