5 Investitionslandschaft in Österreich: Einblicke aus der EIB-Umfrage 2024 Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat ihre jährliche InvestitionsUmfrage veröffentlicht. Untersucht wurden die Investitionstätigkeit und der Finanzierungsbedarf von Unternehmen sowie zentrale Herausforderungen. Die Ergebnisse der EIBIS 2024 (European Investment Bank Investment Survey) zeigen, dass sich europäische Unternehmen in einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld behaupten müssen. Rund 13.000 Unternehmen aus der EU wurden befragt. Die Umfrage bietet umfassende Einblicke in die Investitionsstrategien und -herausforderungen österreichischer Unternehmen und liefert Erkenntnisse zu drängenden Themen wie dem Klimawandel, hohe Energiekosten und den Übergang zur grünen Wirtschaft. Investitionsbereitschaft unter Druck Während einige Länder einen Anstieg der Investitionen verzeichnen, kämpfen andere mit rückläufigen Zahlen. Besonders betroffen sind Branchen, die stark von globalen Lieferketten abhängen. Generell haben EU-Unternehmen jüngste Schocks, wie die Energiekrise, relativ gut überstanden. Doch schwierigere wirtschaftliche Bedingungen beginnen, die Investitionsbereitschaft der Unternehmen zu belasten. Die Bereitschaft zu investieren, hat im Vergleich zum Vorjahr abgenommen. Der Anteil der Firmen, die eine Erhöhung ihrer Investitionen planen, ist von einem Netto-Saldo von 14 Prozent auf 7 Prozent gesunken. Neben wirtschaftlichen Unsicherheiten erschweren auch regulatorische Hürden, Fachkräftemangel und ein schwieriger Zugang zu Finanzierungen die Umsetzung langfristiger Strategien. Investitionshindernisse und Chancen Österreichische Unternehmen zeigen eine robuste Investitionstätigkeit. Viele planen, ihre Investitionen in den nächsten Jahren zu erhöhen, mit besonderem Augenmerk auf digitale Transformation und nachhaltige Technologien. Diese Investitionen sind entscheidend, um den Anschluss an internationale Entwicklungen nicht zu verlieren und neue Marktchancen zu nutzen. Trotz der positiven Investitionsbereitschaft gibt es Barrieren, die das Investitionsklima beeinträchtigen. Dazu gehören bürokratische Hürden, unsichere politische Rahmenbedingungen und der Mangel an Fachkräften. Diese Hindernisse erschweren es den Unternehmen, ihre Investitionspläne vollständig umzusetzen und können das Wachstum bremsen. Engagement für Klimaschutz und Energieeffizienz Die Umfrage unterstreicht das wachsende Bewusstsein der Unternehmen für Umweltfragen. Viele Firmen investieren in Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduzierung ihres ökologischen Fußabdrucks. Diese Initiativen sind nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern bieten auch wirtschaftliche Vorteile durch Kosteneinsparungen und eine verbesserte Reputation. Zudem investieren sie in digitale Technologien, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und effizienter zu arbeiten. Wege in die Zukunft Die EIB empfiehlt gezielte politische Maßnahmen, um Unternehmen zu stärken. Dazu zählen die Förderung von Forschung und Entwicklung, bessere Finanzierungsmöglichkeiten und die Unterstützung bei der Digitalisierung, vereinfachte Genehmigungsverfahren und mehr Förderung für Innovationen. Auch die Aus- und Weiterbildung sollte intensiviert werden, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Durch diese Initiativen können österreichische Unternehmen ihre Innovationskraft stärken und langfristig erfolgreich sein, ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und ihre wirtschaftliche Stabilität erhöhen. Ob die EIB selbst dabei effizient genug agiert, bleibt abzuwarten. Meine persönlichen Erfahrungen in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit ebendieser war durch ein Übermaß an Bürokratie und komplizierte Vorgaben geprägt – doch die vorgeschlagenen Maßnahmen klingen vielversprechend und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. www.dragonfly.finance GASTBEITRAG . Susanne Lederer-Pabst, dragonfly finance Dr. Susanne Lederer-Pabst, dragonfly finance FOTO: beigestellt Ausgabe Nr. 1/2025 – GELD-MAGAZIN . 19
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