Wirtschaftswachstum steigt. Der Kampf gegen die Inflation ist noch nicht gewonnen, denn die Kernrate bleibt mit 2,7 Prozent über dem Zielwert von 2,0 Prozent. Die Gesamtrate lag im Oktober bei 2,0 Prozent, nach 1,7 Prozent im September. Analysten waren nur von einer Inflationsrate von 1,9 Prozent ausgegangen. Der deutliche Anstieg der Teuerung ist mit der Entwicklung bei Dienstleistungen und Lebensmitteln zu erklären. Zudem hat sich die Unternehmensstimmung im Euroraum im Oktober etwas verbessert. Der S&P Global Einkaufsmanagerindex stieg um 0,1 Punkte auf 49,7 Zähler, Ökonomen zeigten sich dennoch eher pessimistisch mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung, da die Expansionsschwelle von 50 nach wie vor unerreichbar scheint. Zudem fiel der Economic Sentiment Indicator (ESI) zum Vormonat um 0,7 Punkte auf 95,6 Punkte. Noch tiefer lag der Indexwert zuletzt im Februar. Volkswirte hatten im Schnitt 96,3 Punkte erwartet. Das Wirtschaftswachstum hat überraschend an Tempo gewonnen. Im dritten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich um 0,4 Prozent. Analysten hatten einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet. Die EZB hatte den Einlagenzinssatz zuletzt im Oktober um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent gesenkt. Viele Ökonomen erwarten Mitte Dezember eine weitere Senkung. (wr) Politische Unsicherheit. Die Bank of Japan ließ die Zinsen unverändert bei 25 Basispunkten. Es gab jedoch einige „hawkishe“ Äußerungen: Die Inflationsrisiken tendieren für 2025 nach oben, und die Kernrate ohne Lebensmittel und Energie wurde für 2024 leicht auf 2,0 Prozent angehoben. Die Schwäche des Yen stellt die Erwartung sinkender Importpreise in Frage. Die Wachstumsprognose für 2025 wurde von 1,0 auf 1,1 Prozent angehoben. Eine Zinserhöhung im Dezember ist nicht auszuschließen, vor allem, wenn der Yen weiter an Wert verliert. Ein Faktor war auch der Rücktritt der Regierung und das unerwartet schwache Parlamentswahlergebnis der LDP unter der Führung von Premierminister Shigeru Ishiba, das Japan in politische Unsicherheit gestürzt hat. Das Hauptproblem ist die Unzufriedenheit mit der steigenden Inflation. Letzten Endes dürfte der Markt seine positive Dynamik beibehalten. Dabei spielen die starken Unternehmensgewinne eine entscheidende Rolle: 70 Prozent der Unternehmen dürften die Gewinnprognosen des Marktes im zweiten Quartal 2024 übertroffen haben, da sie in der Lage sind, Preisanpassungen vorzunehmen. Dazu kommen Faktoren wie eine Verbesserung der Corporate Governance und höhere Transparenz, die verdeckte Werte für Investoren offenkundig machen. Die Aktienrückkäufe sind 2024 auf ein Rekordniveau gestiegen. (wr) EUROZONE . Inflation steigt auf 2,0 Prozent Erholung nach Trendbruch Der Euro Stoxx 50 konnte sich trotz des Bruchs der sechsmonatigen Aufwärtstrendlinie wieder erholen und bis auf über 5.000 Punkte steigen. Danach war jedoch Endstation. Anleger setzen ein Stop-Buy-Limit bei 5.120 Punkten. Volatil seitwärts Nach dem Kurssturz Anfang August konnte der Nikkei-Index sich wieder fangen und pendelt seither zwischen den Marken von 40.000 und 38.000 Punkten hin und her. Solange kein Ausbruch nach oben erfolgt, bleiben Anleger an der Outlinie. EURO STOXX 50 NIKKEI 225 JAPAN . Zinserhöhung noch im Dezember? Indexpunkte in EUR 3.200 3.400 3.600 3.800 4.000 4.400 4.800 4.200 5.200 5.000 4.600 2021 2022 2023 2024 Indexpunkte in JPY 26.000 28.000 42.000 40.000 36.000 30.000 32.000 34.000 38.000 24.000 2021 2022 2023 2024 Ausgabe Nr. 5/2024 – GELD-MAGAZIN . 51
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