Schwäche nicht überbewerten. Die US-Wirtschaft hat etwas an Tempo eingebüßt. Im dritten Quartal stieg das BIP zum Vorquartal um annualisiert 2,8 Prozent nach 3,0 Prozent. Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt war im Oktober weiter robust. In der Privatwirtschaft wurden deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Beschäftigten um 233.000, wie der Arbeitsmarktdienstleister ADP mitteilte. Dies ist der höchste Zuwachs seit Juli 2023. Die Konsumausgaben sind im September weiter gestiegen. Zum Vormonat erhöhten sie sich um 0,5 Prozent. Der PCE (persönliche Konsumausgaben)-Deflator, das bevorzugte Preismaß der USNotenbank Fed, stieg wie erwartet um 2,1 Prozent, nach 2,3 Prozent im Vormonat. Die Kernrate verharrte im September auf 2,7 Prozent. Die Fed hat im September die Zinswende eingeläutet, mit einer deutlichen Senkung um 0,50 Prozentpunkte. 2024 werden weitere Zinssenkungen erwartet. Ein Präsident Donald Trump würde Strafzölle für Europa und China, aber Steuersenkungen für US-Unternehmen bedeuten, den Trend zur Abwanderung von Unternehmen aus Europa stärken und Branchen wie Erdöl/Gas fördern. Allerdings würde dies wohl die Inflation anheizen. Kamala Harris dagegen käme jüngeren Wachstumssektoren wie erneuerbare Energien zugute, Steuererhöhungen könnten aber die Märkte belasten. (wr) Wird das letzte Pulver verschossen? China will sich laut einem „Caixin“-Bericht zur Finanzierung von Konjunkturmaßnahmen in den nächsten drei Jahren durch die Ausgabe von Staatsanleihen mit langen Laufzeiten insgesamt 6,0 Billionen Yuan (etwa 774 Milliarden Euro) aufnehmen. Die Mittel sollen aber auch dazu dienen, die Schuldenlast der Lokalregierungen zu verringern. Zuletzt hatte Chinas Staatsführung weitere Maßnahmen zur Wiederbelebung seiner angeschlagenen Wirtschaft angekündigt. So soll es Subventionen für Geringverdiener geben. Im zweiten Quartal war Chinas Wirtschaft nur um 4,7 Prozent gewachsen, nach 5,3 Prozent im ersten Jahresviertel. Für das dritte Quartal erwarten Analysten nur ein Wachstum um 4,5 Prozent, das niedrigste seit Anfang 2023. Der staatliche Einkaufsmanagerindex (PMI) für das herstellende Gewerbe lag im September bei 49,8 Punkten. Zwar stieg der Frühindikator im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Punkte, lag aber weiter unter 50 Punkten, was eine schrumpfende Industrieaktivität signalisiert. Das Wirtschaftsmedium „Caixin“ veröffentlichte seinen unabhängigen PMI, der mit 49,3 Punkten ebenfalls eine Verringerung der Aktivität anzeigte und zum Vormonat um 1,1 Punkte sank – so stark wie seit 14 Monaten nicht. Im Fokus steht nach wie vor die unzureichende Nachfrage im Inland sowie der Druck auf den Arbeitsmarkt. (wr) AKTIEN . Börsen international USA . Wer gewinnt die Präsidentschaftswahlen? CHINA . Milliarden zur Ankurbelung der Wirtschaft Bullenmarkt wird fortgesetzt Der S&P 500-Index konnte nach der scharfen Korrektur seine alte Stärke zurückgewinnen und Mitte Oktober ein Rekordhoch bei 5.870 Punkten erklimmen. Die US-Börsenampel steht weiter auf Grün. Investoren belassen das Stop-Limit bei 4.970 Punkten. Erholung nach Beinahe-Jahrestief Der A-Index der chinesischen Festlandsbörsen konnte mit knapper Not ein neues Jahrestief vermeiden und nach Ankündigung des massiven Konjunkturpakets kräftig auf bis zu 3.650 Punkte steigen. Seither konsolidiert der Index seine Gewinne. S&P 500 SHANGHAI A-SHARES INDEX Credit: jes2uphoto/stock.adobe.com 3.800 3.600 3.400 4.000 4.200 4.600 4.800 5.000 5.800 6.000 5.400 5.600 5.200 4.400 Indexpunkte in USD 2021 2022 2023 2024 2.800 3.600 3.400 3.800 3.200 3.000 4.000 2021 2023 2024 2022 Indexpunkte in CNY 50 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 5/2024
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