ROHSTOFFE . Aktuelle Trends SILBER . Weiteres Potenzial Im heurigen Jahresverlauf hat Silber deutlich aufgeholt, vor allem im August wurde der Turbo gezündet. Experten zeigen sich auch für die weitere Entwicklung zuversichtlich; 45 Dollar pro Unze könnten 2025 möglich sein. Stark entwickelt. Gold eilt von einem Rekord zum anderen (siehe Bericht rechts oben). Der „kleine Bruder“ Silber steht dem aber in nichts nach, im Gegenteil: Mit fast 35 Dollar je Feinunze notierte der Preis gegen Ende Oktober auf dem höchsten Stand seit 2012. Seit Jahresbeginn legte Silber somit rund 45 Prozent an Wert zu – und zog damit sogar an Gold vorbei, das seither circa 33 Prozent teurer wurde. Auch auf der vielbeachteten Edelmetallkonferenz der London Bullion Market Association (13. bis 15. Oktober) herrschte Zuversicht: 45 Prozent der Teilnehmer sehen den Kurs auf 45 Dollar je Unze im kommenden Jahr anziehen. Als Treiber orten sie vor allem die weiter zulegende Nachfrage seitens der Industrie, zumal Silber eine bedeutende Rolle als Rohstoff in wachstumsstarken Sektoren wie Clean Energy und Elektronik spielt. Bereits heute macht nach Einschätzung des Silver Institutes der Industriesektor 2024 über 58 Prozent der Gesamtnachfrage aus, Tendenz deutlich steigend. Optimistisch zeigen sich ebenso die Experten von BNP Paribas: „Weiteres Aufwärtspotenzial birgt das Metall auch gemessen an der Gold-Silber-Ratio, die ausdrückt, wie viele Unzen Silber nötig sind, um eine Unze Gold zu kaufen. Historisch lag das Verhältnis im Schnitt bei rund 60 Punkten. Aktuell notiert es hingegen knapp unter 80 Zählern.“ (hk) Credits: pixabay; Joaquin Corbalan/stock.adobe.com ERDÖL . Eskalation in Nahost Der Ölpreis erlebte Ende September/Anfang Oktober aufgrund der verschärften Lage im Nahen Osten einen kräftigen Ausschlag nach oben. Seither geht es aber wieder abwärts, die schwache Konjunktur belastet. OPEC will kürzen. Die Eskalation des Krieges im Nahen Osten mit direkten Angriffen des Iran auf Israel hat Anfang Oktober zu steigenden Kursen beim Ölpreis geführt. Im September hatte sich Erdöl noch verbilligt, denn die schwächelnde Weltkonjunktur und die Aussicht auf eine Fördermengenausweitung seitens der OPEC+ ab Ende des Jahres lassen ein Überangebot für 2025 erwarten. Die geplante Erhöhung der Fördermengen durch das Kartell von über zwei Millionen Barrel täglich würde die Zunahme des Ölkonsums in 2025 übersteigen, was einen Preisrückgang zur Folge hätte. Die Prognose der DekaBank lautet für die Sorte Brent: In drei Monaten 74 Dollar pro Barrel, in sechs Monaten 75 und in zwölf Monaten 77 Dollar. Somit würde sich das „schwarze Gold“ nicht richtig vom Fleck wegbewegen (Ende Oktober 2024 notierte man bei rund 72 Dollar). Eine gewisse Unbekannte stellt in diesem Spiel wiederum China dar: Bis vor kurzem wurde erwartet, dass der globale Öl-Konsum aufgrund des schwachen Wachstums der chinesischen Wirtschaft nur moderat zunehmen würde. Jetzt hat Peking aber eine kräftige Konjunkturspritze angekündigt, was auch an den Aktienbörsen enthusiastisch gefeiert wurde. Überstrahlen kann das Maßnahmenpaket die weltweit wirtschaftlich maue Situation allerdings kaum. (hk) Sorte Brent, USD/Barrell 50 90 100 70 80 60 110 120 130 2021 2022 2023 2024 in USD/Unze 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 2021 2022 2023 2024 46 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 5/2024
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