Warum sollte der nächste Einbruch an den Kapitalmärkten, den Sie etwa Anfang 2025 erwarten, besonders schlimm werden? Weil weltweit die Staaten viel zu verschuldet sind, um die fallenden Kapitalmärkte dieses Mal wieder aufzufangen. Deshalb habe ich habe eine Menge US-Dollar in bar. Aber nicht, weil ich an die Stärke der USWirtschaft und des Dollars glaube. Ich halte Greenbacks, weil viele Leute, wenn die Lage besorgniserregend wird, ihr Geld in US-Dollar anlegen, den sie für einen sicheren Hafen halten. Mein Plan ist, wenn der US-Dollar aus diesem Grund stark steigt, dass ich dann meine US-Dollars verkaufe. Was ich dann kaufe, weiß ich derzeit noch nicht. Ich kenne aktuell keine Währung, in die ich investieren möchte. Vielleicht in den chinesischen Renmimbi, doch der ist nicht frei konvertierbar. Ich habe daher noch keine neue Währung gefunden. Auch alle Rohstoffe, vielleicht von Öl und Silber abgesehen, sind maßlos überteuert. Auch hier warte ich auf eine Korrektur. Ich kaufe nicht gerne teuer. Glauben Sie nach wie vor an das chinesische Jahrhundert? Ist das nicht mutig, angesichts der ökonomischen Probleme der Volksrepublik? Investieren ist immer riskant. Aber China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Sie steckt zwar in einer Immobilien- und Konsumkrise, ich kenne aber kein anderes Land, das die USA als führende Weltmacht ablösen könnte – und sie wird abgelöst. Vieles lief auch für die USA im 20. Jahrhundert schief. Sie erlebte viele Bankrotte, Depressionen, Kriege. Dennoch wurde Amerika das erfolgreichste Land des 20. Jahrhunderts. Ich bin aktuell sowohl in China als auch in Usbekistan investiert. Beides sind aufstrebende Volkswirtschaften mit viel Potenzial. Ich kaufe dort momentan aber nichts Neues zu oder nach. Ich warte noch. Sie sind stark in herkömmliche Rohstoffe engagiert. Investieren Sie weiterhin mehr in fossile anstatt in alternative Energien? Energie ist immer noch ein gutes Investmentthema. Energie ist sehr, sehr beliebt geworden und das sollte sie auch. Energie ist begrenzt, aber auch krisenanfällig. Das sehen Sie an den immer wiederkehrenden Öl- oder Gaskrisen. Ich kaufe aktuell aber keine Energie-Konzerne mehr, weil sie schon sehr stark gestiegen sind. Das gilt auch für Uran- oder Atomkraft-Unternehmen. Was halten Sie zur Zeit von Investments in Europa? Hier stehen ja günstigere Bewertungen einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber. Das stimmt, Europa verliert den Anschluss. In Europa müssen sie entweder mehr Babys bekommen oder Einwanderer willkommener heißen. Und die Steuern müssen reduziert werden, wenn Europa seinen aufgebauten Wohlstand nicht verlieren will. Bleiben die Zinssätze und die Inflation auf Talfahrt? Sie merken wahrscheinlich selbst, dass im Supermarkt die Preise hoch sind und immer noch steigen. Ich bin mir sicher, dass die Inflation stärker zurückkommen wird und dann die Zentralbanken wieder anfangen werden, die Leitzinsen anzuheben. Dann werden die Aktienmärkte fallen. Die Politiker sagen zwar, die Inflation sei vorbei, ich glaube ihnen aber nicht. Vielleicht kann ich es nicht wissen, aber ich weiß, dass sie es auch nicht wissen. Und wenn die Preise wieder kräftig steigen, ist es am besten, in Realwerte investiert zu sein. In Silber, Zucker, Unternehmensanteile, etc. – jedenfalls nicht in Anleihen.“
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