GELD-Magazin, Nr. 5/2024

Gasspeicherstand pro Monat im Vorjahresvergleich Eiserne Reserve: Die Gasspeicher sind prall gefüllt, gegen Ende Oktober in Österreich mit 93 Prozent, in der EU zu 94 Prozent. Quelle: AGSI Aktueller Speicherstand Speicherstand 2023 20 40 60 80 100 01 0 02 03 04 05 06 07 08 09 Gasverbrauch pro Monat im 5-Jahres-Vergleich Der Gasverbrauch ist angesichts des UkraineKrieges und der exorbitanten Preise in Österreich stark gesunken. Quelle: E-Control 4 6 8 10 12 3,05 Apr. 2 Juli Okt. Jan. Aktueller Verbrauch Verbrauch 5-Jahres-Mittelwert (in TWh) Aktueller Anteil erneuerbarer Energie an Stromerzeugung Erfreulich: Der Großteil der Stromerzeugung erfolgt in Österreich bereits heute aus erneuerbaren Energiequellen. Quelle: eControl Fossile Energie 17,8 % 82,2 % Erneuerbare Energie & Pumpspeicher 23.10.2024 / 10:00 12 . GELD-MAGAZIN – Ausgabe Nr. 5/2024 Haber zeigt sich sehr zuversichtlich, dass Österreich auch ohne Gas aus Russland im nächsten Winter keinen Versorgungsengpass haben wird: „Lieferländer und Transportrouten sind gegeben, auch im Fall von kälteren Wintern ist vorgesorgt. Szenarienbetrachtungen haben ergeben, dass in den nächsten zwei Wintern die Versorgung gesichert ist, selbst bei Ausfall der ukrainischen Leitungen. Die Speicher sind gut gefüllt, in Österreich zu 93, in der EU zu 94 Prozent. In Österreich ist der Verbrauch deutlich zurückgegangen, das ist den milden Temperaturen zu verdanken, sowie der Industrie, die um einen Ausstieg aus Gas bemüht ist. Wasserstoff kann da in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen.“ Runter vom Gas Wasserstoff soll zum Teil über Italien aus Afrika zu uns kommen, die konkreten Projekte sollten 2030 bis 2034 ausgebaut sein. Aber auch in Österreich selbst will man Wasserstoff im großen Stil produzieren. Der Energieexperte lobt außerdem die „massiven Bestrebungen“ in Österreich, Haushalte und Kleingewerbe weg von Gas zu bringen. Das erfolgt etwa via Wärmepumpen, Biomasse und Fernwärme.“ Information zwischendurch: „In Deutschland heizen rund 50 Prozent der Haushalte mit Gas, in Österreich sind es circa 20 Prozent.“ Haber wirft auch noch einen Blick auf die nahe Zukunft: „Wenn die Lieferungen über die Ukraine ausfallen, ist mit einem kurzzeitigen Anstieg der Gaspreise zu rechnen, mit rund zehn Prozent oder etwas darüber. Die Preise würden aber schnell zurückgehen, mit der Entwicklung und der Preisexplosion von 2022 ließe sich das nicht vergleichen. Perspektivisch gesehen, geht der Markt für 2025 vom heutigen Preisniveau aus. Natürlich gibt es politische Unsicherheiten, man denke nur an den Konflikt im Nahen Osten.“ Keine Panik Trotz dieser Unsicherheiten sollte man den Teufel nicht an die Wand malen. Nach menschlichem Ermessen ist Österreich für den Winter und darüber hinaus gut gerüstet. Seitens des BMK und der Österreichischen Energieagentur heißt es: „Selbst bei hohen Verbräuchen und erhöhten Exporten in Nachbarländer sind keine Versorgungsengpässe zu erwarten. Extrem-Szenarien, die eine Nutzung der strategischen Gasreserve erfordern, sind aufgrund der positiven Entwicklungen nicht zu erwarten.“ Auch OMV-Vorstandsvorsitzender Alfred Stern beruhigt: „Wir können bei Bedarf unsere Kunden jederzeit vollständig mit nichtrussischen Gasmengen beliefern.“ Außerdem hält es das BMK- für machbar, dass Österreich bereits ab 2027 ohne Erdgasimporte aus Russland auskommen kann. Hoffentlich ist das kein Zweckoptimismus. BRENNPUNKT . Ukraine/Energieversorgung

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