GELD-Magazin, Dezember 2018 / Jänner 2019

aktien  ° Börse Wien 68 ° GELD-MAGAZIN – Dezember 2018 Rückgänge sorgen für Kaufkurse Produktion durch die massiven Zukäufe im Upstream-Bereich um rund 20 Prozent. Das Egebnis daraus kletterte im dritten Quartal von 300 auf 554 Millionen Euro. Insgesamt wird für 2018 ein Jahresgewinn von 1,6 Milliarden Euro erwartet (KGV 8,9) – nach 435 Millionen Euro in 2017. Analys­ ten stehen hier mit Kaufempfehlungen pa- rat, die Kursziele liegen zwischen 50 und 75 Euro – imMittel bei knapp 60 Euro. Derzeit notiert die Aktie bei 43 Euro. Zuletzt sprachen die Analysten der RCB und von Goldman Sachs eine Kaufempfeh- lung für die Bawag aus. Im dritten Quartal meldete das österreichische Bankinstitut ei- nen Gewinnzuwachs um 27 Prozent auf 125 Millionen Euro – z.T. durch einen Einmal- effekt in der Höhe von knapp 20 Millionen Euro (Kauf der Deutsche Ring Bausparkas- se). Für das Gesamtjahr wird ein Gewinn von 440 Millionen Euro erwartet, was ein KGV von 8,4 ergibt. Die Dividendenrendite liegt bei knapp sechs Prozent. Bei der Vienna Insurance Group (VIG) lag das Prämienwachstum und der Nettoge- winn im dritten Quartal etwas unter den Erwartungen. Bis September stieg der Vor- steuergewinn um 6,4 Prozent auf 352,3 Mil- lionen Euro. Das schwache Lebensversiche- rungsgeschäft konnte durch den Sachver­ sicherungsbereich kompensiert werden. Unterm Strich dürfte die VIG 2018 etwa 290 Millionen Euro netto verdienen (KGV 9,7) und eine Dividende von 0,94 Euro je Aktie auszahlen (4,23 Prozent). Zwei Global Player auf Kaufniveau Der Gewinn von Palfinger wird 2018 noch durch Restrukturierungskosten bela- stet und bei gut 60 Millionen Euro liegen (KGV 13,7). Damit kann man sagen, die Ak- Z u den diversen Handels- und Budget- konflikten kommt ein drastisch fallen­ der sentix-Index (ein Gesamtindex für die Konjunktur in Euroland). Er fiel zum vierten Mal in Folge und zeigt ein Muster wie imVorkrisenjahr 2007. Kurz gesagt: Die Stimmung in Europa ist auf einem Tief- punkt. In diesen Sog sind natürlich auch die Aktienkurse an der Wiener Börse geraten. Das schaut nicht nur charttechnisch triste aus, auch fundamental mussten einige Ge- sellschaften ihre Gewinnerwartungen – zu- mindestens für heuer – reduzieren. Doch man muss die Kirche im Dorf lassen. So manche Aktie hat deutlicher im Kurs verlo- ren, als es die bereits reduzierten Gewinn- schätzungen rechtfertigen würden. Drei dieser Kandidaten – AT&S, Raiffeisen Bank International und voestalpine – finden Sie im Kasten auf Seite 70 beschrieben. Polytec an der Börse abgestraft Die Aktie des Autozulieferers Polytec hat in Jahresfrist von 22 Euro auf neun Euro mehr als halbiert. Nach der Befürchtung im April 2018, dass aufgrund von Dieselfahr- verboten negative Auswirkungen auf das Geschäft entstehen würden, erfolgte im August definitiv die Gewinnwarnung. Der Umsatz werde 2017 von 676 Millionen Euro auf etwa 650 Millionen zurückgehen, das EBIT von 55,1 auf etwa 45 Millionen Euro. Als belastend wirkte sich zusätzlich das ab September 2018 eingeführte neue Kfz-Prüf- verfahren WLTP aus. Das EBIT dürfte da- her 2017 knapp über 40 Millionen Euro er- reichen, der Jahresgewinn etwa 28 Millio- nen Euro (nach 38,2 Millionen Euro in 2017). Positiv ist jedoch ein Großauftrag in Südafrika, im Rahmen dessen lokal ein neues Werk um rund 10 Millionen Euro er- richtet werden soll. Für 2019 gehen Analys­ ten von einem Gewinn von rund 33 Millio- nen Euro aus, womit sich ein günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 5,9 er- rechnet. Als Dividende werden für 2017 rund 0,37 Euro je Aktie erwartet, die Divi- dendenrendite liegt bei gut vier Prozent. Die Günstigsten ATX-Werte Neben den rechts im Kasten beschrie- benen Unternehmen, zählen wir OMV, Ba- wag und Vienna Insurance Group zu den Kaufkandidaten. Bei der OMV stieg die Austrian Traded Index (ATX) Freier Fall. Genau genommen hat der ATX den Aufwärtstrend Ende Mai mit Unter- schreiten der 3400er-Marke verlassen. Die Bestätigung für den Abwärtstrend erfolgte im Oktober, als der Wiener Leitindex unter 3200 Punkte fiel. Seither hat sich der Abwärts­ trend beschleunigt, der ATX hat auch die 3000er-Marke durchschlagen.Auch wenn es temporär zu technischen Erholungen kommt, bleibt unter 3200 Punkten der Abwärtstrend die dominierende Bewegung. Die zahlreichen Konfliktherde – US-Handelsstreit, Brexit, Italien, Frankreich etc. – halten die Anleger in Deckung. Die meisten Aktienkurse kennen derzeit nur den Weg nach unten. Doch die Basis für die größten Gewinne werden gerade in unruhigen Zeiten gelegt. Auf welche Aktien 2019 jetzt gesetzt werden sollte. Mario Franzin

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