GELD-Magazin, Dezember 2018 / Jänner 2019

2018 war bei der S IMMO AG ein erfolgreiches Übergangsjahr. Waren 2016/17 zahlreiche bereits entwi- ckelte Immobilien veräußert worden, so wurden in diesem Jahr bedeutende Projekte in Deutschland und Osteuropa fertig gestellt sowie spannende Immobilien in aufstrebenden deutschen Städten neu erworben. GELD ° Herr Vejdovszky, weshalb defi- nierten Sie 2018 als Übergangsjahr, wenn das Periodenergebnis von 77 auf 79 Millionen Euro, das operative Ergebnis von 36,8 Millio- nen Euro auf 47,7 Millionen Euro gesteigert werden konnte? Wie kompensieren Sie den Mietrückgang, der durch die Immobilienver- käufe 2017 entstand? ERNST VEJDOVSZKY : Unsere oberste Aufgabe ist es, nachhaltige Werte für unsere Aktionä- rinnen und Aktionäre zu scha en. Um das zu erreichen, nutzen wir Immobilienzyklen strate- gisch.Wenn der Zeitpunkt günstig ist, wird auch mal in größerem Stil verkau . 2016 und 2017 war das der Fall. Wir wussten, dass 2018 für uns in Folge ein Übergangsjahr wird. Dass wir dann aber in einem solchen Übergangsjahr trotzdem diesenRekordwert auf operativer Ebene erzielen konnten – insbesondere durch ein verbessertes Finanzergebnis, ein gutes Hotelergebnis und eine positive Like-for-like-Performance –, das beweist nicht nur die Schlagkra unserer Stra- tegie, sondern auch die hohe Qualität unserer täglichen Arbeit an und mit unserem Portfolio. Grundsätzlich gilt: Ob wir kaufen, verkaufen oder entwickeln – nachhaltige Entscheidungen basieren immer auf logischen Argumenten und kaufmännischen Überlegungen. Sie bauen das Portfolio wieder deutlich auf: derzeit mit der Fertigstellung des Einsteinova Business Center in Bratislava und The Mark in Bukarest. Gleichzeitig wollen Sie auf An- kaufsseite weiter aktiv sein – hier vor allem in aufstrebenden deutschen Städten wie zum Bei- spiel Leipzig, Rostock oder Kiel.Welche Port- foliogröße ist Ihr Ziel? Wir prüfen laufend und in allen unseren Märk- ten attraktive Ankaufsmöglichkeiten. Unser Schwerpunkt liegt nach wie vor auf Deutsch- land. Attraktive Opportunitäten bieten sich hier für uns derzeit vor allem in aufstrebenden deutschen Großstädten wie Leipzig, Kiel und Rostock. Das Wachstumspotenzial und die de- mogra sche Entwicklung dieser Städte sichern einen nachhaltigen Cash ow und bieten ein in- teressantes Wertsteigerungspotenzial. Für 2018 erwarten wir eine Gesamtinvestitionssumme in Höhe von etwa einhundert Millionen Euro; ich vermute, 2019 wird sich ähnlich entwickeln. Die S IMMO ist neben der Beteiligung von gut fünf Prozent an der CA Immo mit knapp zwölf Prozent an der IMMOFINANZ beteiligt. Umge- kehrt hält die Immofinanz 29,14 Prozent an der S IMMO.Wie weit sind die Gespräche zu einem Zusammenschluss gediehen? Planen Sie diesbezüglich Portfolioänderungen, bei- spielsweise den Abbau der Wohnimmobilien oder andere Aktivitäten? Durch die Beteiligung der IMMOFINANZ an der S IMMO wie auch durch die Rückbetei- ligung der S IMMO an der IMMOFINANZ ergibt sich eine sehr gute Ausgangslage für ver- schiedene Formen der Zusammenarbeit der beiden Unternehmen mit erheblichen Syner- giepotenzialen. Die Portfolios von S IMMO und IMMOFINANZ ergänzen sich in ihrem Fokus auf Gewerbeimmobilien, sodass mit einer stär- keren Marktstellung beider Unternehmen und damit verbundenen Synergien in der Bewirt- schaftung der Immobilien gerechnet werden kann. Hier gibt es verschiedene Varianten. Im Fall einer zukün igen Zusammenführung wür- de aufgrund der gesteigerten Größe auch die Position am Kapitalmarkt deutlich gestärkt. Über mögliche weitere Schritte werden wir ge- meinsammit der IMMOFINANZ informieren. www.simmoag.at Nachhaltige Werte schaffen Interview mit Ernst Vejdovszky, S IMMO AG ° EXPERTS TALK DEZEMBER 2018 – GELD-MAGAZIN ° 63 Mag. Ernst Vejdovszky, Vorstandsvorsitzender der S IMMO AG Einsteinova Business Center in Bratislava Wohn- und Geschäftshaus „Münzblock“ in Leipzig

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