GELD-Magazin, Dezember 2018 / Jänner 2019

creditS: Archiv, beigestellt Eine„ewige“Hausse? Christian Schmitt,PortfolioManager bei Ethenea Indepen- dent Investors, stellte seinen Vortrag am IIC unter folgenden griffigen Titel: „Im 10. Jahr der Aktienhausse – weitertanzen,solange die Musik noch spielt?“ Damit spielt er auf die Tatsache an, dass im vergangenen November die längste Aktienhausse der Geschichte sozusagen offiziell wurde:„Zwar gab es in den 1950er- und 1960er-Jahren noch längere und stärkere Phasen des Aufwärtstrends, damals gab es aber Kursrückgänge von mehr als 20 Prozent, was als Beendigung einer Hausse gilt. Solche Rücksetzer fehlten im letz- ten Bullenmarkt.“ Von Bullen undBären. Wird es in dieser oder zumindest ähnlich erfreulichenTon- art weitergehen? Schmitt meint dazu: „Selten zuvor gab es so viele unterschiedliche Meinungen zur weiteren Aktienentwicklung, wobei sowohl Bullen als auch Bären gute Argumente präsentieren.Um selbst eineAntwort zu finden,erfolgt innerhalb unseres Ethe- nea Top-down Market Balance Sheet die objektive Abwägung marktrelevanter Faktoren. Hier werden rund 60 verschiedene Indikatoren in vier großen Kategorien – Makroökono- mie und Geldpolitik, Fundamentaldaten und Bewertungen, Markttechnik sowie Rohstoffe,Währungen und Rentenmärkte – analysiert. Das Verhältnis positiver zu negativer Faktoren ergibt eine empfohlene Aktienrisikoneigung und dient somit als Richtschnur für die Aktienquote in unseren Fonds.“ Keine Flucht aus der Börse. Als Vorteile dieser Vorgehensweise bezeichnet Schmitt die „objektive Betrachtung der Gesamtsituation, wenig Einfluss von kurzfristigen Emotionen und die Vermeidung selektiver Informationseinschätzung“. Abschließend meinte er: „Unterstützende und negative Faktoren sind im gegenwärtigen Umfeld nahezu ausgeglichen. Es gibt also jedenfalls keinen Grund, um sich komplett aus den Aktienmärkten zurückzuziehen. Derzeit sind wir für das nicht zyklische Segment positiver eingestellt als für Zykliker.“ www.ethenea.com Ethenea  ° Wo die Musik spielt ... Christian Schmitt, Portfolio Mana­ ger, Ethenea Independent Investors 60 geld-magazin dezember 2018 Was prägt 2019? Der vom GELD-Magazin veranstaltete Institutional Investors Congress stand diesmal voll und ganz im Zeichen der Trends des kommenden Jahres. Welche ökonomischen Entwicklungen, Branchen und Regionen werden 2019 prägen? Laut Sandro Müller,Product Specialist Fixed Income bei GAM Investement Management, sollte man in diesem Zusammenhang keinesfalls auf den Bereich Emerging Markets-An- leihen vergessen. MitVolatilität rechnen. Der Experte meinte:„Mit Schwellenländer-Anleihen konn- ten in den vergangenen rund 15 Jahre substanzielle Gewinne erzielt werden.Dafür muss man phasenweise erhöhte Schwankungsfreudigkeit in Kauf nehmen. Unterm Strich gilt aber jedenfalls:Ein Investment in diese Anlageklasse zahlt sich aus.“ Müller fügte in sei- nem Vortrag hinzu, dass für den Erfolg mit Emerging Markets-Bonds vor allem auf zwei Faktoren zu achten sei:Auf die Fundamantaldaten sowie auf technische Faktoren. Beide Messgrößen hält der Spezialist derzeit für durchaus günstig: „Die makroökonomischen Basis-Kennzahlen sprechen für die Schwellenländer und präsentieren sich viel besser als noch vor wenigen Jahren. So hat zum Beispiel die Handelsbilanz dieser aufstrebenden Volkswirtschaften, die 2018 ins Ne- gative gekippt war,zuletzt wieder ins Positive gedreht.“ Auch was die Markttechnik betrifft,zeigt sich Müller optimistisch:„In den vergangenen zwölf Monaten waren wieder Mittelzuflüsse in die Anlageklasse und somit eine gewisse Plateaubildung zu sehen.Die positive Stimmung für Emerging Markets-Bonds ist spürbar gestiegen.“ www.gam.com GAM  ° Schwellenländer-Bonds im Fokus Sandro Müller, Product Specialist Fixed Income,GAM IM

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