GELD-Magazin, Dezember 2018 / Jänner 2019

wirtschaft Panorama 18 ° GELD-MAGAZIN – dezember 2018 Quelle: IHSMarkit,UniCreditResearch unicredit bank austria einkaufsmanagerindex saisonbereinigt unbereinigt Schlechtes klima. Greenpeace übt har- sche Kritik an der Arbeit von Ministerin Elisabeth Köstinger. Ihre Bilanz im Umweltbereich sei katastrophal: Es wur- de etwa das Budget für Umweltschutz gekürzt, Umwelt- und Bürger- rechte abgebaut und eine vollkommen unzu- reichendeKlimastrategie verabschiedet.Auch der Ausstiegsplan für Gly- phosat fehlt nach wie vor.Anstatt auf wirksame Maßnahmen zu setzen und etwa umwelt- schädliche Subventionen abzuschaffen, wird Umwelt- und Klimaschutz in Österreich de- montiert, so Greenpeace. Die im Ministerrat angekündigten Maßnahmen zur Vermeidung von Plastikmüll sowie zur Förderung Erneuer- barer Energien imStrombereich seien hingegen erste positive Signale. Entscheidend werden allerdings die konkreten Umsetzungen sein. „Mit Ankündigungen alleine kann man keinen Umweltschutz machen. Wir werden hier der Regierung genau auf die Finger schauen”, so Greenpeace-Sprecher Lukas Hammer. Starke nachfrage: Industrie kommt wieder in Schwung zahlenspiel Greenpeace: Versagen der Umweltpolitik CrediT: Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS 93 Prozent der in der Alpenrepublik tätigen Unternehmen befinden sich in ausschließlich österreichischem Besitz. Sie er- wirtschaften rund 69 Prozent des Gesamtum- satzes aller hierzulande aktiven Firmen, ca. 98 Prozent davon sind KMU und EPU, so eine ak­ tuelle Erhebung von CRIF. „Kleine und mittlere Betriebe, darunter auch viele Familienunterneh- men, prägen die österreichische Wirtschaft und schaffen wertvolle Arbeitsplätze. Aufgrund ihrer kleinteiligen Strukturen sind sie für eine Über- nahme durch internationale Konzerne meist we- niger attraktiv als große Betriebe und bleiben da- her größtenteils in heimischer Hand“, so Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich. Im Vergleich dazu sind sieben Prozent der Unterneh- men in ausschließlich ausländischem Besitz.Der Umsatz ist mit rund 31 Prozent aller in dieser Stu- die untersuchten Unternehmen vergleichsweise hoch. Die meisten haben Eigentümer aus Deutschland (32%), gefolgt von der Schweiz (9%), Großbritannien (8%) und den Niederlan- den (7%).Wirft man einen Blick auf die Bundes- länder, so ist auffällig, dass hier die Eigentümer vor allem aus den angrenzenden Nachbarstaaten kommen. So gehören im Burgenland 40% der Unternehmen mit ausländischen Eigentümern Ungarn und immerhin 9% Slowaken. In Kärnten ist der Eigentümer bei 31% der Firmen in auslän- dischem Besitz italienischer und bei 13% slowe- nischer Herkunft. 35 österreichische Chief Financial Officers (CFOs) hat der Unternehmens- berater Deloitte zum „heißen Eisen“ Fachkräf- temangel befragt. Das Ergebnis: „Der Fachkräf- temangel ist dasThema Nummer eins in der Wirt- schaft“, so Gerhard Marterbauer, Partner bei De- loitte Österreich. Neben der mangelnden Verfüg- barkeit von qualifizierten Arbeitskräften drückten auch das „herausfordernde regulatorische Um- feld“ und „hohe Kosten“ auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Attraktivität des Wirtschafts- standortes. Ebenfalls interessant: Derzeit wollen 72 Prozent der in Österreich befragten CFOs kei- ne großen Risiken eingehen. Knapp die Hälfte rechnet jedoch damit, demnächst eine Übernah- me durchzuziehen.Als Kaufziel werden direkte in- oder ausländische Mitbewerber genannt. Europäischer spitzenwert. Die Ab- schwächung der Industriekonjunktur, die seit dem Jahresbeginn 2018 zu beobachten ist,hat im November gestoppt. „Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex ist im November erstmals seit drei Monaten wieder gestiegen und hält bei hohen 54,9 Punkten. Damit kann sich die heimische Industrie gegen den anhal- tend rückläufigeneuropäischenTrend stemmen. In der Eurozone zeigt der vorläufige Einkaufs- managerindex, belastet durch die Entwicklung in Deutschland und Frankreich, ungebrochen eine Abwärtstendenz und liegt aktuell bei 51,5 Punkten“, meint UniCredit Bank Austria Chef- ökonom Stefan Bruckbauer. Damit liegt der europäische Einkaufsmanagerindex erneut deutlich unter dem österreichischen Wert. Die heimische Industrie weist seit mittlerweile fast drei Jahren ein überdurchschnittlich hohes Wachstumstempo im Vergleich zur Eurozone insgesamt auf. Gegenüber der Entwicklung in der Eurozone sticht die österreichische Indus- trie vor allem durch das anhaltend kräftige Plus im Inlandsneugeschäft hervor. Den zwei- ten Monat in Folge sind die Exportaufträge im November zurückgegangen, aber die starke In- landsnachfrage konnte im November diese Einbußen mehr als kompensieren.“ Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus

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