GELD-Magazin, November 2018

Im Gespräch mit Mikko Ripatti, DNB Asset Management ° DACHFONDS AWARD 2018 CREDIT: beigestellt NOVEMBER 2018 – GELD-MAGAZIN ° 85 GELD ° Seit Anfang September korrigieren einige Technologie-Schwergewichte im Kurs. Die publizierten Gewinnaussichten sind dabei sehr unterschiedlich.Wie finden Sie in dieser bunten Landschaft die Gewinner von morgen bzw. vornehmlich in welchen Bereichen? MIKKO RIPATTI: In der Tat wurden Gewinnent- täuschungen zuletzt mit hohen Kursverlusten bestra . Unser Investmentprozess beruht aber auf einem Bottom-up-Ansatz, der auf einer umfassenden Expertise des weltweiten TMT- Sektors beruht – mit einem sehr starken Fokus auf die Bewertung der Unternehmen. Dabei zahlen wir nicht hohe Multiples und hoffen dann, dass die Firmen in diese Bewertungen „hineinwachsen“. Wir bevorzugen vernün ige Bewertungen und solide, bereits vorhandene Cash ows. Oder Turnaround-Situationen mit klaren Geschäftsmodellen. Grundsätzlich glauben wir, dass der So warebereich die in- teressantesten Möglichkeiten bietet. Nach der starken Underperformance der Telekoms sehen wir aber auch dort wieder bessere Chancen. Sehen Sie Auswirkungen seitens der Handels- sanktionen der USA auf den Technologie- Bereich bzw. auch das Auslaufen der positiven „Überraschungs-Effekte“ aus der US-Steuer- reform? Wirken sich diese Makro-Effekte auf Ihre Anlageentscheidungen aus? Makro-Ereignisse spielen für uns nur eine un- tergeordnete Rolle, wir konzentrieren uns auf die unternehmensspezifischen Situationen. Da der Technologiesektor jedoch ein globaler Sektor mit Wertschöpfungs- und Lieferketten quer durch die Welt ist, berücksichtigen wir das entsprechend bei unseren Investitionen. Die Auswirkungen des Handelskrieges sind für diesen Sektor eindeutig negativ – und leider dür en die Konsumenten die größten Verlie- rer sein. Wenn Technologie rmen nicht auf die günstigste Art und Weise arbeiten können, be- steht ein großes Risiko, dass die zusätzlichen Kosten auf die Produkte übertragen werden. Was halten Sie von Technologie-Aktien aus China? Die Unternehmen im Reich der Mitte holen technologisch deutlich auf und finden gleichzeitig einen riesigen Heimat-Markt vor. China ist ein ebenso großer wie spannender Markt. Technologieunternehmen sind dort sehr innovativ und agieren in einem markt- nahen Umfeld, das aber letztendlich von der Regierung kontrolliert wird. Unserer Mei- nung nach sollten Investoren chinesischen Firmen wegen der möglichen Einmischung der Regierung einen größeren Kursabschlag zugestehen. Als beispielsweise das staatliche Mobilfunkunternehmen China Unicom im ver- gangenen Jahr seine Netze verbessern sollte, forderte Peking zehn chinesische private und staatliche Investoren – darunter Tencent und Alibaba – auf, Kapital in Höhe von fast zwölf Milliarden US-Dollar zu investieren. Dass etwas Vergleichbares im Westen statt ndet, ist unwahrscheinlich. Gleichwohl sehen wir seit der jüngsten Marktkorrektur höheres Potenzial in den chinesischen Technologiewerten. Sie verwalten mit demTMT Absolute Return auch einen Long/Short-Aktienfonds imTech- nologiebereich.Wo sehen Sie hauptsächlich Überbewertungen, aus denen Sie via Short- Positionen Nutzen ziehen wollen? Eine unserer größten und erfolgreichsten Short-Positionen in diesem Jahr waren die Halbleiterunternehmen mit einem großen En- gagement im Smartphone-Geschä . Sie waren nicht nur hoch bewertet, sondern standen zu- dem vor einem schwierigen Jahr, da die globale Nachfrage nach Mobiltelefonen nachließ. Viele kompensierten ihre rückläu gen Smartphone- Umsätze, indem sie ihr Engagement im Bereich Krypto-Mining ausweiteten – für uns ist das alles andere als nachhaltig. In einigen Fällen erwirtschafteten Halbleiterunternehmen 15 Prozent ihres Geschä s mit Krypto-Mining. Künstliche Intelligenz (KI) ist auf dem besten Weg, zum Megatrend zu werden.Wie können Anleger von dieser Entwicklung profitieren? Big Data ist das neue Öl der Wirtscha – und wer die Daten richtig nutzt, ist an der Spit- ze. Google ist z.B. nicht nur relativ günstig bewertet, sondern auch gut positioniert. In den vergangenen Jahren kauften die Kalifor- nier mehr als ein Dutzend Start-ups aus dem KI-Sektor. Grundsätzlich pro tiert jedes Unter- nehmen, das große relevante Datensätze besitzt und diese monetarisieren kann. In erster Linie gehören dazu neben der Google-Mutter Alpha- bet und Facebook auch die chinesische Baidu sowie der russisch-niederländische Internet- konzern Yandex. www.dnb.no/lu/de Das Rendite-Risiko-Verhältnis muss für den Bottom-up-Investor Mikko Ripatti immer stimmen. Damit geht er gehypten Aktien aus demWeg und investiert mit dem DNB Technology ausschließlich in günstig bewertete Wachstumsperlen. Das macht sich auch für die Anleger in Form einer Outperformance bezahlt. Mario Franzin „Auf die Bewertungen achten!“ Mikko Ripatti, Senior Client Portfolio Manager, DNB Asset Management

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