GELD-Magazin, November 2018

rohstoffe  ° Aktuelle Trends Da haben wir den Salat. Der Handelskrieg dämpft die chinesischen Importe von Agrar- gütern. Das schadet der US-Landwirtschaft. Eher schleichende Erholung. Immerhin war es bereits im Jänner 2016, als Erdöl seine Aufwärtsbewegung einleitete: Damals notierte man bei einem sehr bescheidenen Niveau – knapp über 30 Dollar pro Fass. Mittlerweile ist eine sozusagen schleichende Erho- lung in Kraft getreten und führte den Kurs bis Ende des heurigen September auf immerhin 85 Dollar pro Barrel. Natürlich sind das noch immer keine „astronomischen Höhen“: Im Vergleich dazu hielt man vor noch nicht allzu langer Zeit (im Jahr 2011) bei stolzen 125 Dollar.Aber die Aufwärtsbewegung reicht dazu,einige Marktteilnehmer in Nervosität zu versetzen; die Befürch- tung lautet,dass die Inflation dermaßen angeheizt werden könnte,dass die EZB zu schnelleren Zinsschritten greifen müsste. Mit möglichen negativen Auswirkungen für die gesamte Welt- wirtschaft. So weit ist es aber noch nicht, im vergangenen Oktober war sogar wieder ein deutlicher Rückschlag zu beobachten, der Öl- preis sackte auf die Marke von rund 70 Dollar ab – und das,obwohl mit Anfang November das US-Ölembargo über den Iran in Kraft getreten ist (dieses dürfte übrigens eher löchrig ausfal- len). Fassen wir noch einmal kurz die Situation zusammen: Charttechnisch und fundamen- tal sieht es derzeit nicht so aus, als würde ein sprunghafter Anstieg des Erdölpreises bevorste- hen.Dafür sorgen auch gut gefüllte Lager in den Vereinigten Staaten. (hk) engster Markt seit langem. Durchaus beeindruckend präsentiert sich der Chart von Palladium: Er ist seit drei Mona- ten von rund 900 auf über 1100 Dollar in die Höhe geschossen. Das entspricht einem satten Plus von mehr als 20 Prozent. An dieser Stel- le soll auch nicht verschwiegen werden, dass das Edelmetall in den Monaten davor Einbu- ßen hinnehmen musste, alles in allem befindet sich Palladium aber bereits seit drei Jahren in einem Aufwärtstrend. Somit kann man von Sta- bilität sprechen, zuletzt hatte sich die Dynamik sogar noch beschleunigt. Dazu heißt es in der Rohstoffkolumne der Bank Vontobel: „Laut Experten ist es auf absehbare Zeit sogar möglich, dass Palladium das Gold im Preis hinter sich lässt.Und zwar dann,wenn das Angebot weiterhin gedämpft wird,die Nachfrage aus der Industrie aber steigt.Palladium wurde in den letzten Jah- ren vermehrt im Automobilbereich als seinerzeit noch günstiger Ersatz für Platin beim Einsatz in Katalysatoren (bei Benzinmotoren) genutzt.“ Die Automobilbranche ist der größte Abnehmer des Metalls.Die Chancen,dass es für das Edelmetall weiter bergauf geht,stehen nicht schlecht: „Die Fördermenge wird in diesem Jahr um 481.000 Unzen unter dem Bedarf liegen und die Defizite werden bis 2020 anhalten, was zum engsten Markt seit zwei Jahrzehnten führt“, pro- gnostizierten Analysten der Citigroup. (hk) Palladium  ° Highflyer Rohöl  ° Entwarnung Günstige Prognosen  ° Palladium ist sozusagen der Liebling der Autobranche und wird gerne in Katalysatoren (für Benzinmotoren) eingesetzt.Aufgrund des Angebot-Nachfrage-Ver- hältnisses könnte der bereits gestiegene Preis des Edelmetalls noch weiter anziehen. Russland 85 Tonnen Südafrika 82 Tonnen Kanada 12 Tonnen USA 12 Tonnen Simbabwe 9 Tonnen CHARTS: Tai-Pan / software-systems CREDIT: pixabay Rohölpreis (Sorte Brent) Palladiumpreis Palladiumförderung 66 ° GELD-MAGAZIN – November 2018

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