GELD-Magazin, November 2018

aktien  ° Anlagetipps 58 ° GELD-MAGAZIN – november 2018 1993 wurde ein damals erst 30-jähriger Ma- nager jüngster Puma-Chef und brachte das Unternehmen wieder auf Kurs: Er strich Jobs und verlagerte die Produktion nach Asien. Der neue CEO Zeitz machte Puma zur Lifestyle- Marke und führte den Konzern zurück in die schwarzen Zahlen. Während seiner Amtszeit stieg der Aktienkurs von sieben Euro auf über 350 Euro.2007 übernahm der französische Lu- xuskonzern Kering die Mehrheit an Puma. Es dauerte als Folge der Finanzkrise jedoch zehn Jahre,bis der Kurs sein 2007er-Hoch überwand und neue Höchststände bei 540 Euro erreichte. Im Mai hat sich Kering von seinem Mehrheits- anteil an Puma getrennt und die Beteiligung von 86 Prozent auf nur noch 16 Prozent redu- ziert. 2017 knackte der Konzern beim Umsatz erstmals die Marke von vier Milliarden Euro.Der Gewinn wurde mehr als verdoppelt. Die Um- satzprognose für 2018 hob Puma neuerlich an und erwartet nun ein währungsbereinigtes Plus beim Umsatz von 12 bis 14 Prozent. Die Ergeb- nisprognose behielt der Konzern aber bei: Das operative Ergebnis (Ebit) soll weiterhin von den 245 Millionen des Vorjahres auf 310 bis 330 Millionen Euro steigen. PUMA ° Auf dem Sprung charts: onvista.de Der Puma-Chart ist etwas angeknackst: Kann sich der Kurs über der 200-Tage-Linie, die aktuell bei knapp 422 Euro verläuft, eta- blieren, steigen die Chancen für eine Erholung. Kauf antizyklisch bei 385 Euro, Stopp Loss bei 296 Euro platzieren. ISIN DE0006969603   Börse Frankfurt (Xetra) …und mit ihnen die Aktienkurse – ein typischer Aktienherbst also. Angesichts der sogar zunehmenden makroökonomischen und geopolitischen Risiken – zuletzt kamen Saudi-Arabien und der Iran dazu – greifen Investoren selbst bei den deutlich gesunkenen Aktienkursen (vorerst noch) nicht zu. Wolfgang Regner Die Blätter fallen wieder… D enn: Steigende Zinsen sind nur ein Belastungsfaktor, dem sich die Ak- tienmärkte im Moment ausgesetzt sehen. Im Vorfeld der vor einigen Wochen gestar- teten Berichtssaison für das dritte Quartal ließen Nachrichten aufhorchen, dass mehr Unternehmen als üblich vor einer schwä- cheren Gewinnentwicklung warnen. Die wenigen Unternehmen, die schon ihre Zah- len für das dritte Quartal vorgelegt haben, lassen allerdings nicht erkennen, dass sich an dem positiven Trend der vergangenen Quartale etwas geändert hat. Doch trotz der positiven Zahlen, die darauf hindeuten, dass sich das US-Gewinnwachstum (wohl- gemerkt!) imVergleich zumVorjahr auf gut 20 Prozent belaufen dürfte, haben nur zwölf Prozent der Aktienkurse dieser Unterneh- men positiv reagiert. Dies ist ein histo- rischer und vom Ausmaß her außerge- wöhnlicher Negativrekord. Auch dies spricht dafür, dass die US-Aktienmärkte über ein deutliches Aufholpotenzial verfü- gen, sofern auch die nächsten Berichte mehrheitlich positiv ausfallen und vor allem die Ausblicke nicht enttäuschen. Demge- genüber wird für europäische Aktien nach einem schwachen zweiten Quartal (Unter- nehmensgewinne plus 2,5 Prozent) im drit- ten Quartal eine Beschleunigung auf sechs bis sieben Prozent plus erwartet. Die Ge- winnentwicklung wird dabei entscheidend von den makroökonomischen die Rahmen- bedingungen bestimmt werden. Der Inter- nationale Währungsfonds (IWF) hat die globale Wachstumsprognose für dieses und nächstes Jahr von 3,9 auf 3,7 Prozent leicht nach unten revidiert. Damit würde das Wachstum solide bleiben. Trotz bestehen- der Unsicherheiten gehen viele Analysten davon aus, dass sich der Aufschwung in den USA fortsetzen wird. In Europa sind dage- gen konjunkturelle Risiken größer als in den USA. Dies liegt an der stärkeren Ex- portabhängigkeit, aber auch an den Unsi- cherheiten, die vom bevorstehenden Brexit ausgehen. Zudemdrücken die eigenwilligen Budgetpläne der italienischen Regierung sowie die Verwerfungen in der Automobil- industrie, die mit der Umstellung auf den neuen Abgastest WLTP zu tun haben, auf die Stimmung. Indikatoren aus dem „Inne- ren“ der Börsen, etwa Stimmungsindizes oder das On Balance Volume, signalisieren jedoch nicht, dass eine zu starke Vorsicht angebracht ist. Für ein allgemeines „Game over“ an den Aktienmärkten ist es also noch zu früh. Gerade das On Balance Volume hat sich interessant entwickelt: Trotz der starken Kursrückgänge hat der Indikator, der Zu- bzw. Abflüsse von Anlegerkapital zu bzw. von den Börsen misst, seinen Aufwärts­ trend gehalten. Das heißt: Die großen insti- tutionellen Indikatoren haben nicht nur nicht das Handtuch geworfen, sondern sie kaufen weiterhin Aktien! Auf dem ge- drückten Niveau können also mutige Anle- ger weiterhin nach Schnäppchen jagen. Allerdings müssen Anleger sich im Klaren darüber sein, dass der Markt noch keine Ex- tremwerte erreicht hat. Daher sollte in meh- reren Etappen investiert werden.

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