GELD-Magazin, November 2018

creditS: Lipper aktien  ° Börsen International 56 ° GELD-MAGAZIN – November 2018 hoffen auf Reformen. Mit dem rechtspopulistischen Jair Bolsonaro hat der Favorit der Finanzmärkte die Präsidentschafts- wahlen in Brasilien gewonnen.Die von seinem Chefberater angekündigten Wirtschaftsre- formen könnten die Konjunktur wieder stärker ankurbeln. Paulo Guedes, Absolvent der Uni- versität Chicago und möglicher Finanzminister, spricht sich für radikale Reformen mit Privati- sierungen und Ausgabenkürzungen aus. Ein wichtiges Ziel wird daher ein primärer Haushaltsüberschuss sein. Dazu dürften Sub- ventionskürzungen und Privatisierungen nötig sein, aber das allein reicht vermutlich nicht. Renten und Sozialleistungen verschlingen fast die Hälfte des Staatshaushalts; in den letzten 20 Jahren machten sie rund 79 Prozent des Wachstums der Bundesausgaben aus (in Prozent des BIP). Doch das Rentenreformgesetz steckt im Kongress fest. Seit Bolsonaros Sozial-Liberale Partei mit 52 Sitzen die zweitgrößte Fraktion in der Abgeordnetenkammer ist, sind die Hoffnungen auf eine Verabschiedung der Gesetze jedoch gestiegen.Die Partei hat allerdings einen starken linken Flügel,der erst noch überzeugt werden muss.Analysten halten viele Aktien bereits für sehr hoch bewertet – dank der massiven Branchenrotation von Exportunternehmen mit Dollar-Einnahmen zu binnenori- entierten Unternehmen mit Einnahmen in Real. (wr) Starke Fundamentaldaten. Die letzten Wirtschaftsdaten sprechen eine kla- re Sprache. So wurden im Oktober weitere 250.000 neue Jobs geschaffen – aber noch wichtiger waren die Stundenlöhne. Sie stiegen mit einem Plus von 3,1 Prozent so stark wie seit neun Jahren nicht mehr. Allerdings gab es Nachzieheffekte nach dem von Hurrikans bedingten schwachen September. Auch die Vergleichsbasis der Löhne war relativ niedrig, wüteten doch im Oktober 2017 einige Wirbelstürme. Selbst wenn die drei bestbezahlten Branchen ein geringeres Jobwachstum hatten als die Niedriglohnbranchen, wie der Frei- zeit- und Krankenpflegebereich – die Arbeitslosenrate sank auf das tiefste Niveau seit 1969 und liegt nun bei 3,7 Prozent.Keine einzige der Hauptbranchen baute Arbeitsplätze ab.Auch die Produktivität legte um 2,2 Prozent zu. Die Nachteile liegen auf der Hand: Aufgrund des Fachkräftemangels (die Babyboomers gehen nun zügig in Pension) sehen sich die Unterneh- men gezwungen,höhere Löhne zu zahlen.Das und andere Knappheitsphänomene könnten die ohnehin schon ausreichend hohe Infla- tion weiter antreiben. Die US-Notenbank Fed könnte ihre Zinsen stärker anheben. Immerhin lässt der Immobilienmarkt etwas an Dampf ab – die Preisanstiege für Eigenheime gingen wei- ter leicht zurück. Das Konsumentenvertrauen stieg auf ein neues Mehrjahreshoch. (wr) Neues Mehrjahreshoch  ° Der brasilianische Bovespa-Index befindet sich seit Anfang 2016 in einem Aufwärtstrend und konnte vor wenigenTa- gen ein neues Jahreshoch bei 88.420 Punkten erreichen. Aufgrund der politischen Risiken sollten Anleger ein Stopp Loss bei 78.600 Punkten beachten. Korrektur  ° Nachdem der S&P 500-Index ein Rekordhoch bei 2950 Punkten markiert hatte,geriet er in eine heftige Korrektur und verlor fast zehn Prozent.Unser Stopp Loss (2738 Punkte) wurde mit einemTief von 2654 Punkten klar unterboten.Vorerst heißt es daher an der Outlinie zu verbleiben. brasilien  ° Die Märkte setzen auf Bolsonaro USA  ° Kongresswahlen erhöhen die Spannung 2.200 2.000 1.800 2.400 2.600 2.800 3.000 2015 2016 2017 2018 S&P 500 BOVESPA 40.000 50.000 60.000 80.000 70.000 90.000 2015 2016 2017 2018

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