GELD-Magazin, November 2018

D ie klassischen Hedgefonds konnten die in sie gesteckten Erwartungen nicht erfüllen. In der Finanzkrise von 2008 zeigten sich die Nachteile dieser alterna- tiven Investmentvehikel: Ihre Offshore-Destinationen, die Nichthandelbarkeit an einer geregelten Börse und ihre zum Teil sehr illiquiden Strategien führten dazu, dass viele Hedgefonds Liquiditätsprobleme be- kamen, als Investoren ihr Kapital abziehen wollten. Aus diesem Grund mussten viele dieser Fonds liquidiert werden. Seit der Fi- nanzkrise hat jedoch eine neue Assetklasse einen phänomenalen Aufstieg erlebt, näm- lich jene der liquiden alternativen Fonds im regulierten UCITS-Mantel (UCITS ist die englische Bezeichnung für OGAW, das be- deutet Organismen für gemeinsame Anla- gen in Wertpapiere). Mittlerweile umfasst das alternativeUniversumrund 1600 Fonds, die in Onshore-Destinationen, wie z.B. in Luxemburg oder Irland, im UCITS-Mantel tägliche Liquidität bieten. Ein weiterer Grund, warum die traditionellen Hedge- fonds keine wirkliche Alternative mehr sind, ist die Tatsache, dass ihre Korrelation zu Aktien und Anleihen relativ hoch gewor- den ist. Bei den „Liquid Alternatives“ lässt sich vor allem wegen ihrer Möglichkeit, Short-Positionen einzugehen, eine deutlich geringere Korrelation zu den klassischen Assets wie Aktien und Anleihen beobach- ten. Damit stellen sie einen bedeutenden Diversifikationsfaktor dar. Denn bei den üblichen Long-only-Produkten (Produkte, die keine Short-Positionen halten) wird der Hauptteil der Performance durch dieMarkt­ entwicklung generiert, also das Beta. Bei den alternativen Fonds ist der Alphafaktor (Teil der Performance, die sich nicht durch die Marktentwicklung erklären lässt) deut- lich höher, da sich ein Großteil ihrer Perfor- mance, bisweilen bis zu 100 Prozent, aus der Investmentstrategie selbst und damit der Leistung des Fondsmanagers ableiten lässt. Keine Wunderwaffe Dass die Long/Short-Fonds nicht ver- lustfrei durch turbulente Marktphasen kommen, wie sich 2018 wieder gezeigt hat, liegt im Rahmen der Erwartungen. Alter­ native Fonds nutzen zwar Long- und Short- Positionen und sind daher weniger schwan- kungsanfällig als Aktienmärkte. Die meis­ ten Manager investieren jedoch auf Basis langfristig ausgerichteter fundamentaler Aktienanalysen und agieren weniger aus Markt-Timing-Überlegungen heraus. Die Netto-Aktienmarkt-Position(Long-Positio­ nen abzüglich Short-Positionen) ist daher eher Ausdruck der mittel- bis langfristigen Überzeugungen eines Managers. Mittelfris­ tig gesehen konnten Liquid Alternatives neben den positiven Diversifikationseigen- schaften auch während einer Vielzahl früherer Aktienmarkteinbrüche die Ver- luste abfedern und eine gute risiko­ adjustierte Rendite erzielen. Allianz Structured Alpha US Der Allianz Structured Alpha US Equi- ty 250 (ISIN LU1685828037) verfolgt eine Absolute Return-Strategie, die eine Outper- formance über den Optionsmarkt anstrebt – in steigenden oder fallenden, in ruhigen oder volatilen Märkten. „Wir sind stets Nettokäufer von Put-Optionen, um gegen einen Markteinbruch gewappnet zu sein“, erklärt Greg Tournant, CIO US Structured Products. Liquide, börsengehandelteOptio­ nen auf Aktien- und Volatilitätsindizes (S&P 500 Index, VIX) werden zur Vorberei- tung auf das Unerwartete erworben; die an- gestrebte jährliche Outperformance (netto) liegt bei 2,50 Prozent über dem Geldmarkt- zinssatz Eonia. Dabei gibt es drei Strategien: Erstens Korridor-Spreads für normal per- formende Märkte (Kauf bzw. Verkauf von Optionen mit unterschiedlichen Basisprei- sen, Volatilität short), mittels Konstruktion von Positionen mit einer Erfolgswahr- scheinlichkeit von rund 85 Prozent. Dabei werden jene Optionen mit der größten Wahrscheinlichkeit eines wertlosen Verfalls verkauft. Zweitens sorgen Directional Spreads für Erträge, wenn Aktienindizes über mehrere Wochen stärker als üblich steigen oder fallen. Daher erfolgt der Auf- bau von Optionspositionen, die von starken Indexbewegungen nach oben und/oder un- ten profitieren. Und drittens die Absiche- rungsstrategie: Long Volatilität, um das credit: Adobe Stock Photo/m.mphoto geldanlage  ° Alternative Investmentfonds 42 ° GELD-MAGAZIN – November 2018 Das derzeitige Niedrigzinsumfeld bringt Anlegern ein fast zinsloses Risiko, während die Aktienmärkte stark schwanken und nicht mehr günstig bewertet sind. Investoren sollten sich nach liquiden Alternativen umsehen, die weiterhin eine gute Diversifikation und solide Renditen bieten können. Wolfgang Regner Liquide Fonds-Alternativen ° Ausgewählte alternative Investmentfonds ISIN FONDSname Volumen Perf. 1 J. 3 Jahre 5 Jahre ter LU0329425713 Lupus alpha All Opportunities Fund 245 Mio.€ 1,4% 19,1% 37,1% 1,29% LU0705071453 RAM (Lux) SF-L/S European Equities 1.205 Mio.€ –3,4% 5,2% 26,8% 2,28% LU0445386369 Nordea 1 - Alpha 10 MA Fund 2.252 Mio.€ –3,1% 10,9% 22,3% 1,99% LU0527948383 Allianz Structured Alpha Strategy 444 Mio.€ –1,7% 4,9% 12,4% 2,68% LU1093756242 Franklin K2 Alternative Strategies 2.134 Mio.€ 12,2% 1,1% – 2,75% Quelle: Lipper IM,Stic hzeitpunkt:31.Oktober 2018

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxOTU=