GELD-Magazin, November 2018

geldanlage Panorama 32 ° GELD-MAGAZIN – November 2018 „Rechtsextrem.“ Ei- nen Blick auf Brasi- l i en w i r f t Mi c h a e l Verstrepen ,Volkswirt bei Degroof Petercam Asset Management:„Das Land erholt sich zwar gerade von seiner schwersten Rezession aller Zeiten, leidet aber dennoch noch sehr darunter.Auch wenn der brasilianische Aktien- und Rentenmarkt wie erwartet kurz­ fristig entlastet werden, hängt die langfristige Performance brasilianischer Vermögenswerte von einer glaubwürdigen Fortsetzung der Re- formen der öffentlichen Ausgaben ab. Der neue Präsident Jair Bolsonaro muss sich in dieser Hinsicht erst beweisen.“ Nachsatz des Experten: „Die Märkte haben sich somit si- cherlich nicht über eine zusätzliche politische Unsicherheit durch die neue rechtsextreme Re- gierung in Brasilien gefreut.“ Brasilien: Harter Weg Börsen unter druck. Sorgen über stei- gende Zinsen, Handelskonflikte, erhöhte Bewertungen und das sich verlangsamende Wachstum haben zu Kurskorrekturen an den globalen Aktienmärkten geführt. Obwohl Abschwünge immer beunruhigend und tempo- räreTurbulenzen zu erwarten seien,blieben die Aussichten für die internationalenAktienmärkte aber generell günstig, so die Einschätzung von Don Peters, Portfoliomanager bei T. Rowe Price: „Während das Wirtschafts- und Kapital- marktumfeld so günstig ist wie seit einiger Zeit nicht mehr, sollten Investoren nicht erwarten, dass sich die Rendite des Marktes auf unbe- stimmte Zeit fortsetzt. Angesichts der starken Performance der letzten Jahre wäre es nicht verwunderlich, wenn die Aktienmarktrenditen in den kommenden Jahren sinken würden.Al- lerdings sindAktien nachwie vor die besteWahl für Anleger, die ein langfristiges Kapitalwachs- tum anstreben.“ Der vorsichtige Optimismus setzt sich also bis auf Weiteres durch. T. Rowe Price: Beste Wahl Licht und schat- ten. Fondsmanager Richard Saldanha von Aviva Investors sieht US- Aktien mit gemischten Gefühlen. Die Steuer- senkung in den USA habe zu einem positiven Effekt geführt: US-Unter- nehmen verzeichnen Gewinnanstiege von mehr als 20 Prozent ge- genüber dem Vorjahr und die Steuersenkung spiele dabei eine wesentliche Rolle. „Ande- rerseits haben durch Trump jedoch auch die Tail-Risiken zugenommen. Seine Twitter-Nach- richten können bei den insVisier genommenen Unternehmen Volatilitätsschübe auslösen, beispielsweise in der Pharma- und Technolo- giebranche.Die größte langfristige Sorge dreht sich aber um Trumps handelspolitische Hal- tung“, so der Experte nachdenklich. aviva: Zwiespältige US-Aktien Konsumrausch. „Aufgrund ihrer attrak­ tiven Risiko-Rendite-Merkmale sind die Investitionen in Schwellenländer für Anleger seit jeher reizvoll. Gleichwohl sahen viele In­ vestoren in derVergangenheit nur geringfügige Portfolioallokationen in diese Anlageklasse vor. Inzwischen steigt der Anteil der Schwel- lenländerengagements jedoch“, heißt es in einem Kommentar der Schweizer Bank Von- tobel. Aktuellen Schätzungen zufolge liegen die Allokationen von Schweizer Pensionskas- vontobel: Emerging Markets gewinnen an Bedeutung Zug um Zug. Der Eisenbahnsektor er- scheint als Investment durchaus interessant, das ist eines der Ergebnisse der quartalswei- sen Reallokation des „Infrastrukturfonds Ve-RI Listed Infrastructure“ von Veritas Investment. Immerhin sind nun acht Eisenbahnunterneh- men im Fonds enthalten.Mit Union Pacific und Norfolk Southern kamen gleich zwei weitere US-amerikanische Schienennetzbetreiber hin- zu.Anfang des Jahres waren gerade mal zwei Eisenbahnaktien im Fonds. Veritas lobt unter anderem die günstige Bewerung und deutliche Trendstärke der Railway-Titel. veritas: Einsteigen, bitte! sen in den Emerging Markets derzeit zwischen fünf Prozent und sieben Prozent – mit weiter- hin steigender Tendenz.Was spricht für dieses Engagement? Ein Argument: Die Einkommen liegen in den Schwellenländern deutlich un- ter denen der Industrieländer in Europa sowie in den USA und Japan. Doch die Menschen in den Emerging Markets arbeiten hart daran, diese Lücke zu schließen. Allein die Bevölke- rungszahlen dieser aufstrebenden Staaten schaffen eine enorme zusätzliche Nachfrage, und dasWachstum der Konsumausgaben dürf- te nicht nur über Jahre, sondern sogar über Jahrzehnte hinweg anhalten. „Diese Nachfra- ge beginnt bei einfachen, alltäglichen Dingen wie Zahnpasta und Shampoo, die traditionelle Körperpflegepraktiken ersetzen,und dehnt sich dann schnell auf weitere Ebenen der Wert- schöpfungskette wie Strom, Smartphones, Gesundheitsversorgung und Kredite aus, ver- bunden mit dem Bedürfnis nach besserer Bildung und der Eindämmung von Korruption“, so die Vontobel-Experten. Michael Verstrepen, Volkswirt Degroof Petercam Richard Saldanha, Fondsmanager Aviva Investors CrediTS: beigestellt, pixabay

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxOTU=