GELD-Magazin, November 2018

wirtschaft Panorama 22 ° GELD-MAGAZIN – November 2018 Quelle: IHSMarkit,UniCreditResearch unicredit bank austria einkaufsmanagerindex saisonbereinigt unbereinigt mehr speed. Mit der geplanten Novelle zum Umweltverträglichkeits- prüfungsgesetz (UVP-G) erwartet die Wirtschafts- kamme r Ös te r re i c h (WKO) eine deutliche Erleichterung und Be- schleunigung der derzeit schwerfälligen Geneh- migungsverfahren für Großprojekte. „Davon profitiert der gesamte Wirtschaftsstandort. Die notwendige Infrastruktur kann nun schneller modernisiert werden, wichtige Projekte, die für Arbeitsplätze und Wertschöpfung sorgen, gelangen früher zur Umsetzung“, betont Indus- trie-Spartenobmann Stefan Ehrlich-Adám. Neu ist beispielsweise, dass einzelne Teilbereiche der UVP künftig schon früher als der Rest ab- geschlossen werden können, die mündliche Verhandlung darf sich ab nun auf jene Bereiche beschränken, in denen Einwände erhoben wur- den.Außerdem mussten Projektwerber bis dato nach Einreichung oft sehr lange auf die Bewer- tung der Behörden warten. Künftig muss der Mängelbehebungsauftrag unverzüglich (in der Praxis ein Monat) erfolgen. Industrie Österreich: Besser als die Eurozone zahlenspiel WIrtschaftskammer: Lob für UVP-Gesetz CrediT: beigestellt 3.773 Insolvenzen wurden in Österreich zum dritten Quartal 2018 verzeichnet. Gegenüber dem Ver- gleichszeitraum 2017 entspricht das einem leichten Anstieg um knapp zwei Prozent. Gleich- zeitig ist auch die Zahl der betroffenen Dienst- nehmer um 19 Prozent auf 13.800 Personen an- gewachsen. In Bezug auf die Passiva der insol- venten Unternehmen zeigt sich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 ein deutlicher Anstieg. Denn die Schulden sind in den ersten neun Mo- naten des Jahres um rund 23 Prozent auf insge- samt 1318 Millionen Euro geklettert, so der KSV1870. Im Bundesländervergleich zeigen sich für die ersten drei Quartale teils deutliche Unter- schiede gegenüber demVorjahr. Den größten Zu- wachs gibt es in Kärnten mit einem Plus von gleich zehn Prozent zu vermelden. Spürbare An- stiege konnten auch in anderen Bundesländern verzeichnet werden: Niederösterreich befindet sich mit einem Plus von rund neun Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Vorarlberg mit über drei Prozent mehr Firmeninsolvenzen. Den deutlich größten Rückgang verzeichnetTirol mit einem Mi- nus von mehr als zwölf Prozent. Ebenfalls rück- läufig sind die Unternehmensinsolvenzen in Salz- burg mit fast sechs Prozent weniger Fällen. 90 Prozent der heimischen Betriebe spüren den Fachkräftemangel, drei Viertel sind stark davon betroffen. Mit diesem Be- sorgnis erregenden Befund einer Befragung von Unternehmern ließ die WKO vor Kurzem aufhor- chen. Und der Blick in die Zukunft lässt eine wei- tere Verschärfung des Status quo befürchten: Denn aufgrund der demografischen Entwicklung in Österreich beginnt die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 60 Jahren schon ab dem nächsten Jahr zu sinken. Im Jahr 2030 soll diese Gruppe schon um 230.000 Per- sonen kleiner sein als heute, prognostiziert die Statistik Austria. Gegensteuern ist also angesagt. Die WKO kündigte eine Fachkräfte-Offensive an, bei der die Weiterentwicklung der Lehrausbil- dung eine wichtige Rolle spielen wird. Bestehen- de Lehrberufe sollen modernisiert, neue ent­ wickelt werden. Auch soll das Image der Lehre verbessert werden, indem die beruflichen Per- spektiven offensiv kommuniziert werden. tempo lässt nach. „Seit dem Jahres- wechsel 2017/18 verlangsamt sich die Industriekonjunktur in Österreich kontinuierlich. Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIn- dex ist im Oktober erneut gesunken und liegt mit aktuell 53,8 Punkten mittlerweile sogar um mehr als zehn Zähler unter dem Wert vom Dezember. Allerdings überschreitet der Indi- katorwert klar den langfristigen Durchschnitt und liegt deutlich über 50 Punkten. Womit er weiterhin ein Wachstum gegenüber dem Vor- monat signalisiert“, erklärt UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Wo- bei die Verlangsamung der Industriekonjunktur nicht nur in Österreich, sondern in ganz Euro- pa zu beobachten ist. In der Eurozone ist der vorläufige Einkaufsmanagerindex im Oktober von 53,2 auf 52,1 Punkte gesunken, gedrückt vom synchronen Rückgang in den zwei größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich auf 52,3 bzw.51,2 Punkte.Bruckbauer:„In ganz Europa verliert die verarbeitende Industrie die- sen Herbst an Schwung.Die Industriekonjunktur in Österreich läuft etwas besser als in der Euro- zone insgesamt, dennoch spüren mittlerweile auch die exportorientierten österreichischen Betriebe die nachlassende Nachfrage aus dem Ausland deutlich.“ Stefan Ehrlich- Adám, Industrie- Obmann,WKO

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