GELD-Magazin, November 2018

brennpunkt  ° Meldungen aus der Hochfinanz 20 ° GELD-MAGAZIN – November 2018 Im Prozess in Frankreich fordert die Staatsanwaltschaft für die UBS eine Strafe in der Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Der Vorwurf lautet: Geldwäsche und Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Die UBS selbst spricht von oft unbegründeten Vorwürfen. Im Steuerhinterziehungsprozess gegen die UBS am Pariser Strafgericht fordert Staatsanwalt Xavier Normand-Bodard von der UBS eine Entschädigung von 1,6 Milliarden Euro. Die UBS habe ein ausge- klügeltes Betrugs- und Geldwäschesystem mit dem Ziel aufgebaut, Kunden mittels Nummernkonten, Trusts oder Stiftungen bei der Steuerhinterziehung zu helfen. Laut Staatsanwaltschaft soll die UBS zwi- schen 2004 und 2012 Bankberater nach Frankreich geschickt haben, um Reiche an Empfängen, Jagdgesellschaften oder an Sportanlässen anzusprechen, um sie von der Eröffnung von Schwarzgeld-Konten in Den spanischen Banken drohen un­ erwartete Ausgaben in Milliardenhöhe. Nach einemUrteil des OGHmüssen die Geldinstitute und nicht die Kunden die Kosten für die notarielle Beurkundung der Darlehensverträge bezahlen. Nach dem kürzlich veröffentlichten Ur- teil des Obersten Gerichtshofes (OGH) in Madrid, wonach die Geldinstitute für die Kosten der notariellen Beurkundung zu- ständig seien, müssen die Kreditnehmer nun die verrechneten Kosten vor Gericht zurückfordern. Die Gerichte müssten da- bei im Rahmen der Verfahren klären, wie lange rückwirkend die Ansprüche gelten. DerVerbandzumSchutzderBankkunden, Asufin, schätzt unterdessen, dass, falls alle acht Millionen Darlehensnehmer eine Rückerstattung beantragen, der Ban- kensektor mit einer Gesamtforderung in Höhe von mehr als 30 Milliarden Euro konfrontiert sein könnte. (mf) UBS: Milliarden-Strafe in Frankreich droht Unheil in Spanien der Schweiz zu überzeugen. Die weiterge- hende Beratung selbst habe anschließend in den Filialen der UBS France stattgefun- den. Auf diese Weise soll die Großbank französische Kunden dazu angestiftet ha- ben, mehr als zehn Milliarden Euro am Fiskus vorbeizuschmuggeln. Bereits im Juli 2014 hatte die UBS in Frankreich eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterle- gen müssen. (mf) Die Gold- und Devisenbestände der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind heuer in den ersten drei Quartalen im Kurs gefallen. Das bescherte den Währungswächtern in diesem Zeitraum einen Verlust von 7,8 Milliarden Franken. Der Goldpreis hat seit Jahresbeginn um rund acht Prozent nachgegeben. Das brachte dem Goldbestand der SNB (1040 Tonnen) einen Verlust von 3,7 Milliarden Schweizer Franken ein. Im Vorjahreszeit- raum hatte ein Preisanstieg beim Gold der Notenbank noch einen Gewinn von 2,3 Milliarden Franken beschert. Noch größer fiel der Verlust bei den Fremdwäh- rungspositionen aus. Per Ende September musste die Notenbank dort einen Verlust in Höhe von 5,3 Milliarden Franken ver- buchen. Insgesamt hielt die SNB Ende September Devisenreserven in der sagen- haften Höhe von 740 Milliarden Franken – v.a. in Euro (38%) und US-Dollar (37%). Das entspricht 110 Prozent des schweize- rischen Bruttoinlandsproduktes. Dass die Devisenreserven derart hoch sind, liegt anWährungsinterventionen der SNBmit demZiel, den Schweizer Franken zu anderen Leitwährungen zu schwächen. Die SNB zeigt sich angesichts der Verluste gelassen. Sie weist darauf hin, dass ihr Er- gebnis von den Trends an den Gold- und Devisenmärkten abhängt und mithin starken Schwankungen unterliegen kann. Was auch stimmt, denn im Oktober sind die Devisenreserven wieder im Wert um 13,7 Milliarden auf 753 Milliarden Fran- ken gestiegen. Eine weitere Ausdehnung ihrer Bilanz im Fall einer Krise schloss Schweizer Notenbank: Temporär riesige Verluste die SNB nicht aus. „Die Bilanz ist weiter- hin ein Instrument, das eingesetzt werden kann, wenn negative Schocks kommen“, so SNB-Präsident Thomas Jordan. (mf) creditS: Wikicommons/Baikonur, Polizei Salzburg, Adobe Stock Photos/Joachim Wendler Die Schweizerische Nationalbank hält Devisen in der Höhe von 110 Prozent des BIP. Filiale der UBS France: Hier sollen Kunden zur Steuervermeidung beraten worden sein.

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