GELD-Magazin, Juli/August 2018

creditS: Lipper aktien  ° Börsen International 64 ° GELD-MAGAZIN – Juli/august 2018 Reaktion auf Gegenreaktion. Der Handelsstreit zwischen den USA und Chi- na geht in die nächste Runde. Wie in einem Boxkampf setzt US-Präsident Donald Trump zu weiteren Schlägen in Form von Strafzöllen an. Sie sollen zehn Prozent betragen und sich auf chinesische Güter imWert von 200 Milliar- den Dollar beziehen. Das ist eine Antwort auf die chinesischen Zölle für amerikanisches Erd- öl,Autos und landwirtschaftliche Produkte, die wiederum als Gegenmaßnahme auf die zu- vor eingeführten US-Zölle aufgesetzt wurden. Trump hat aber insgesamt 400 Milliarden an Zöllen auf chinesische Exportgüter angedroht. Insbesondere in China erscheint die Situa- tion besonders heikel. In den vergangenen 20 Jahren wuchs das Bruttoinlandsprodukt des Landes in etwa um das 12-Fache, während die Schulden um das 40-Fache gestiegen sein sollen. Zuletzt gab es jedoch einige schwache Daten. So legten die Anlageinvestitionen von Jänner bis Mai nur noch um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Das war der kleinste Zuwachs seit 1996. Das Wachstum der Industrieproduktion fiel auch unerwartet schlecht aus. Im Mai kam es hier nur zu einer Steigerung von 6,8 Prozent.Aus dem chine- sischen Einzelhandel kamen ebenfalls schwache Zahlen. Das Umsatzplus im chinesischen Einzelhandel in Höhe von nur 8,5 Prozent ist für China enttäuschend. (wr) Schaukelbörse. Auch an der Wall Street ist man durch den sich ausweitenden Handelskrieg mit China und Europa besorgt. Die Frühindikatoren weisen auf ein etwas mo- derateres Wachstum hin als im Frühjahr.Sie stiegen im Mai um nur 0,2 Prozent,im März und April hatten sie doppelt so stark zugelegt.Daher erwartet man für das zweite Quartal auch ein starkes Wachstum von 3,7 Prozent. Danach dürfte es aber etwas weniger stark expandieren. Angesichts der großen Unsicherheiten verwundert es nicht, dass das US-Konsumentenver- trauen zuletzt von 128,8 auf 126,4 Punkte gefallen ist. Das lag unter den Erwartungen. Zu Jahresbeginn lag der Index noch bei 130. Zudem fiel die Erwartungskomponente stärker als der Hauptindex.Für die kommenden sechs Monate ist man auf Konsumentenseite vorsichtiger und erwartet ein langsameres Expansions- tempo. Gleiches gilt für die Unternehmen, die weniger investieren. Die Auftragseingänge zeigten zuletzt eine Delle. Seitens der US-Fir- men gab es ebenfalls einiges zu berichten. So musste der Elektroriese General Electric nach 110 Jahren Indexzugehörigkeit den Dow Jones Index verlassen.Amazon wurde von einem Ge- richtsurteil belastet – der Oberste Gerichtshof gab ein Urteil heraus, wonach Bundesstaaten das Recht haben, eine Umsatzsteuer auf In- ternetunternehmen zu erheben, die dort keine physische Präsenz haben. (wr) Abwärtstrend gestoppt  ° Der Hang Seng China Enterprises Index (HSCEI) konnte die Unterstützung bei 11.250 Punkten nicht mehr halten und fiel auf ein Jahrestief.Nun kämpft er um die 11.000er- Marke,wobei die Erfolgsaussichten gedämpft sind.Das neue Stopp Loss liegt bei 9800 Punkten. Gegenkorrektur  ° Der S&P 500 Index konnte zwar seinen kurzfristigen Aufwärtstrend nicht hal- ten,blieb aber robust über der 200-Tage-Linie,die aktuell bei rund 2670 Punkten liegt.Der nächste Widerstand befindet sich bei 2780 Punkten (Stopp Loss ist bei 2480 Punkten). China  ° Handelskrieg schaukelt sich auf USA  °  Relative Stärke 2.200 2.000 1.800 2.400 2.600 2.800 2015 2016 2017 `18 S&P 500 Hang seng China Enterprises 8.000 10.000 12.000 14.000 2015 2016 2017 `18

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