GELD-Magazin, Juli/August 2018

brennpunkt Panorama 6 ° GELD-MAGAZIN – Juli/august 2018 Zahlenspiel 620 Milliarden Euro weltweit und bis zu 900 Millionen Euro in Österreich sollen jährlich am Fiskus vorbeige­ schummelt werden. Laut einer Studie unter Lei­ tung des Ökonomen Gabriel Zucman fließen 40 Prozent der erwirtschafteten Konzerngewinne in Niedrigsteuerländer und Steueroasen, wo Unter­ nehmen keine oder nur sehr geringe Abgaben zahlen. Der größte Einnahmenverlust entsteht der Analyse zufolge in der EU und den USA, ge­ folgt von Entwicklungsländern. Als Steueroasen gelten laut Definition der Untersuchung nicht nur Karibikinseln wie die Caymans, sondern auch die Schweiz, Luxemburg und Irland.Auf die 900 Mil­ lionen Euro, die dem heimischen Fiskus ent­ gangen sein sollen, kommen die Autoren auf Ba­ sis von ca. 3,6 Milliarden Euro an unversteuerten Gewinnen,die Großkonzerne ins Ausland transfe­ riert haben. 181,7 Tonnen machte der „Nor­ mierte CO 2 -Fußabdruck“ des MSCI Europe im Jahr 2010 aus. Seither ist die Belastung auf 164,4 Tonnen zurückgegangen. Besser als nichts, dennoch fällt diese Reduktion angesichts der drängenden Klimaproblematik doch bescheiden aus. Im gleichen Zeitraum schneidet der Nachhaltigkeitsindex „MSCI Euro­ pe ESG LCL ex Tobacco“ wesentlich besser ab: Hier ist der entsprechende „Fußabdruck“ im glei­ chen Zeitraum von 106 auf 62,4 Tonnen gesun­ ken. Gemessen werden die CO 2 -Emissionen, die pro investierter Million US-Dollar in die jeweiligen Aktien verursacht werden. Dieser „Normierte CO 2 -Fußabdruck“ ist ein wichtiger Indikator, er ermöglicht den Vergleich mit einer Benchmark, zwischen mehreren Portfolios sowie im Zeit­ ablauf – unabhängig von der Portfoliogröße. An­ hand dieses Werts können Anleger sicherstellen, dass ihre Investitionen nicht das langfristige Kli­ marisiko weltweit erhöhen. Eine weitere wichtige Kennzahl ist die sogenannte „CO 2 -Intensität“.Sie setzt die gesamten CO 2 -Emissionen eines Portfo­ lio-Unternehmens ins Verhältnis zu dessen Ge­ samtumsatz. Dieser Indikator zeigt Investoren also, wie viele Emissionen pro US-Dollar Umsatz aus ihrer Investition erzeugt werden und ermög­ licht den Vergleich zwischen einzelnen Unterneh­ men unterschiedlicher Größe und Branche. CrediTS: beigestellt, Shutterstock, pixabay Rundreise. London,Cambridge, Paris, Amsterdam und Berlin sind laut einer aktu­ ellen Studie dieTop 5 unter den dynamischsten Städten Europas. Diese Standorte konnten ihre Position in der neuen Auflage des Savills IM Dynamic Cities Index verteidigen. Insgesamt erzielten die meisten untersuchten Städte bessere Ergebnisse als im Vorjahr. In Öster­ reich hat sich vor allem Innsbruck besonders erfreulich entwickelt. Für die Analyse wurden insgesamt 130 europäische Städte und Stadtregionen in sechs Kategorien (Innovation,In­ spiration, Inklusion,Vernetzung, Investment und Infrastruktur) untersucht. Führend sind Städte, die erfolgreich Talente anziehen und diese langfristig binden, Innovationen vorantreiben und die Produktivität steigern. Dies fördert das Wohlstands- und Bevölke­ rungswachstum. Zu den größten Aufsteigern in diesem Jahr zählen vor allem Städte, die mit Innovation, Vernetzung und großen Inve­ stitionsvorhaben punkten. Aufgrund lokaler city index: Wien fällt zurück Förderprogramme und Investitionen in die Netzinfrastruktur kletterte Innsbruck um 14 Plätze auf Rang 42.Wien landete an 18. Stel­ le,musste aber imVergleich zumVorjahr sechs Positionen einbüßen.Dennoch lebt es sich hier nicht so schlecht: „Wien konnte besonders in den Unterkategorien Inspiration, Vernetzung und Infrastruktur überzeugen. Die Hauptstadt zeichnet sich erneut mit einem Höchstmaß an Lebensqualität aus. Der Mix an attraktiven Kultur- und Freizeiteinrichtungen, einem gut ausgebauten Verkehrssystem, einem hohen Maß an öffentlicher Sicherheit und dem kon­ sequenten Ausbau des Bildungssystems lockt weiter Talente an die Donaumetropole. schnäppchen. Wer das nötige Kleingeld hat, kann derzeit eine Touristenattraktion und Geisterstadt erwerben – Cerro Gordo. In Privat­ besitz wird die aus 22 Gebäuden, einem Hotel und einem Gemischtwarenladen bestehende ehemalige Bergbaustadt nun zum Kauf ange­ boten.Gelegen ist sie in den Inyo Mountains in Kalifornien und soll knapp eine Million Dollar kosten.In den 1860er- und 70er-Jahren soll es hier übrigens pro Woche einen Mord gegeben haben. Gespenstisch! geisterstadt zu kaufen GAM. Das Spektrum von Technologieunter­ nehmen wird immer vielfältiger.Will man die Gewinner von morgen identifizieren, reicht es nicht mehr, sich auf klassische Technologie­ indizes zu beschränken. So ist beispielsweise Amazon, einer der größten Gewinner im High­ tech-Sektor, als Einzelhandelsunternehmen klassifiziert.Auch Mark Hawtin, Investment Di­ rector bei GAM, lässt sich bei der Identifikation der Themen und Gewinner nicht von der vor­ herrschenden Definition der Branche leiten. Er ist der Meinung, dass es imTechnologiesektor eine Reihe wichtiger disruptiver Themen gibt, deren Bedeutung weiter zunehmen wird: „Um viel versprechende Aktien zu finden, gilt es vor allem,die disruptivenTrends imAuge zu behal­ ten – sowohl aus Unternehmens- als auch aus Konsumentensicht.“ Ein Beispiel dafür sei der Trend weg von der lokalen Speicherung digi­ taler Daten hin zu Cloud-Lösungen. „Positive“ disruption

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