GELD-Magazin, Juli/August 2018

Wirtschaft Panorama 16 ° GELD-MAGAZIN – Juli/august 2018 Kein Einbruch, aber... Zusätzlich zum bereits erwarteten Abschwung der sehr dynamischen Industriekonjunktur des Vorjahres dürften die politischen Unsicher- heiten, allen voran die stark zunehmenden handelspolitischen Spannungen, die Stim- mungseintrübung auch in Österreich weiter beschleunigt haben.Der UniCredit BankAustria EinkaufsManagerIndex musste im Juni den fünften Rückgang in diesem Jahr hinnehmen, mit 56,6 Punkten überwiegt aber weiterhin der Optimismus. Die Produktionszuwächse haben sich sogar leicht beschleunigt, die Beschäfti- gungsdynamik flaut jedoch etwas ab.„Obwohl sich der EinkaufsManagerIndex im Juni erneut etwas einbremste, gibt es vor allem aufgrund leicht erhöhter Exportaufträge erste Anzei- chen einer Stabilisierung des Rückgangs, der zu Jahresbeginn in der österreichischen Industrie einsetzte“, meint UniCredit Bank Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Er- freuliches Detail: Der aktuelle Indikator, der nach demAllzeithoch zum Jahreswechsel von 64,3 nun wieder in etwa auf das Niveau von Ende 2016 zurückgefallen ist, zeigt, dass die Industriekonjunktur in Österreich auch im Juni weiterhin mehr Schwung als im Euroraum insgesamt aufweist. Der vorläufige Einkaufs- managerindex für den Euroraum ist im Juni auf 55 Punkte gesunken und unterschreitet damit bereits seit mehr als zwei Jahren den österreichischen Wert. Heimische Industrie: Optimismus hält an Quelle: IHSMarkit,UniCreditResearch unicredit bank austria einkaufsmanagerindex saisonbereinigt unbereinigt Zahlenspiele 1 von 3 KMUs will mit Start-ups kooperie- ren, so eine repräsentative IMAS-Umfrage unter 900 einheimischen Betrieben.Trotz stei- gendem BIP und wachsenden Exporten empfin- det der Großteil der befragten klein- und mittel- ständischen Unternehmen die aktuelle Lage als herausfordernd. Um wettbewerbsfähig zu blei- ben, wollen KMUs laut der Analyse nun immer mehr auf die Zusammenarbeit und das Know- how von Start-ups setzen. Interessant ist auch eine Untersuchung der Creditreform, sie hat im Frühjahr an die 1700 österreichische KMUs nach der aktuellen Wirtschaftslage und den Ausblick für die kommenden sechs Monate befragt. Die wichtigsten Ergebnisse: Der Auf- schwung des österreichischen Mittelstandes setzt sich weiter fort, die mittelständischen Be- triebe stellen der Konjunktur daher ein gutes Zeugnis aus. 30 prozent mehr ausländische Un- ternehmen will die Österreichische Betriebsansiedlungsagentur ABA im kommen- den Jahr in die Alpenrepublik bringen. Auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck hat angekündigt, ausländische Investitionen aktiver anzuwerben. Die Standortentwicklung müsse laut Schramböck aktiv gesteuert wer- den. Dabei wolle man die Länder, die Landes- hauptleute und die Gemeinden stärker unter- stützen. 8 prozent der Österreicher besitzen Kryptogeld. Es handelt somit also um einen doch sehr überschaubaren Anteil. Weiters wäre nur jeder Vierte bereit, Bitcoins & Co. für alltäg- liche Zahlungen in sein Leben zu integrieren. Zu diesen Ergebnissen kommt die groß angelegte ING International Survey zum Thema Kryptowäh- rungen. Dafür wurden insgesamt 15.000 Per- sonen in Europa, den USA und Australien befragt, in Österreich waren es über 1000. Im Gegensatz zu vielen anderen Nationen sind die Österreicher besonders skeptisch und sehen Bitcoins in nähe- rer Zukunft kaum als Option. So glauben nur 20 Prozent, dass Bitcoins die Zukunft des digitalen Zahlungsverkehrs sind.Der Durchschnitt aller be- fragten Länder in Europa liegt hingegen immer- hin bei 35 Prozent. forderungen. Halb- leiter wie Computerchips oder Leiterplatten gelten als eine der Schlüssel- t e c h n o l o g i e n f ü r Innovationen der nächs­ ten Jahre. Experten schätzen, dass 30 bis 45 Prozent des euro- päischen BIP im Jahr 2020 durch Halbleiter initiiert werden. „Die Zukunft der europäischen Wettbewerbsfähigkeit und des Wohlstands hängen maßgeblich vom Hightech-Sektor Europa: HighTech statt Landwirtschaft ab“, so der Fachverband der Elektro- und Elek- tronikindustrie (FEEI), deren Präidentin die ehemalige prominente Politikerin Brigitte Ederer ist. Der FEEI stellt in diesem Zusam- menhang fest: „Während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft hat unsere Regierung die Möglichkeit, strategische Budget-Entschei- dungen zu treffen. Unsere Branche ist 1,5-mal so groß wie die Landwirtschaft – das muss sich auch im Budget widerspiegeln.“ Gefor- dert wird daher eine spürbare Aufstockung des Forschungsrahmenprogramms der EU auf 160 Milliarden Euro. CrediT: FEEI

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