GELD-Magazin, März 2018

märz 2018 – GELD-MAGAZIN ° 7 nachteil. Infolge der Ab­ wertung des US-Dollars ist die Portfolio­ performance europäischer Investoren im Jahr 2017 erheblich belastet worden. Dies belegt das „Global Portfolio Baro­ meter“ von Natixis. Im Gegensatz dazu konnten US- und lateinamerikanische Port­ folios von dieser Entwicklung profitieren. In einem Jahr,in dessen Verlauf US-Aktien in Dollar gerechnet mehr als 20 Prozent zugelegt haben,hätte ein europäischer In­ vestor aber lediglich einen Zuwachs von sechs Prozent verbucht,weil der Dollar ge­ genüber dem Euro abgewertet hat. Bei in Dollar investierten Anlegern war hingegen genau das Gegenteil der Fall:Europäische Aktien legten auf Euro-Basis zwar lediglich etwa zehn Prozent zu, berücksichtigt man aber die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar,so hätten Dollar-Investoren ein Plus von 25 Prozent verzeichnet. dollar – vs. – euro sparbuch hat ausgedient. Österrei­ chische Haushalte haben laut Berechnungen der Allianz durch die Niedrigzinspolitik seit dem Jahr 2008 insgesamt 10,4 Milliarden Euro an Nettozinseinkommen verloren – pro Kopf bedeutet das ein Minus von rund 1300 Euro. „Geldpolitik hat verteilungspolitische Wirkungen, extreme Geldpolitik hat extreme verteilungspolitische Wirkungen“, kommen­ tiert Martin Bruckner, Vorstandssprecher der Allianz Investmentbank AG und Chief Invest­ ment Officer der Allianz Gruppe in Österreich. In Österreich hat sich das Nettozinseinkommen der privaten Haushalte sukzessive verschlech­ tert: Erzielten sie im Jahr 2008 noch einen Zinsüberschuss von 0,7 Milliarden Euro, so befindet sich das Nettozinseinkommen spä­ testens seit 2013 im Sinkflug – im Jahr 2016 stand ein Fehlbetrag von 1,9 Milliarden Euro zu Buche.Treiber dieser Entwicklung hierzu­ lande sind vor allem die Zinserträge, die im Zinspolitik: österreicher als verlierer Betrachtungszeitraum um 80 Prozent einbra­ chen – obwohl die Vermögenswerte, vor allem Bankeinlagen,um 20 Prozent zulegten.Auf der Verliererseite stehen aber auch die privaten Haushalte in den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Deutschland sowie Italien. Zu den großen Gewinnern der Niedrigzinspolitik zählen hingegen die Volkswirtschaften Spa­ niens, der Niederlande und Portugals. Für die beiden Südländer gilt dabei: Die Verschlechte­ rung der Nettozinseinkommen von Staat und Banken wird durch die Verbesserungen bei Unternehmen und Haushalten deutlich über­ kompensiert. Negativ war die Entwicklung auch für die Volkswirtschaften Frankreichs und Finnlands. In beiden Fällen sind es vor allem die Rückgänge des Nettozinseinkommens bei Banken,die das Gesamtergebnis beeinflussen. Fazit der Allianz-Studie: Um aus dem Tal der Nullzinsen aufzusteigen, bleibt für heimische Sparer nur ein Weg: „Um den Folgen der Ver­ teilungspolitik der EZB entgegenzuwirken, ist eine stärkere Ausrichtung auf kapitalmarkt­ nahe Produkte notwendig. Das Sparbuch hat zum Zweck des Vermögensaufbaus schon lan­ ge ausgedient“, so Bruckner. Glänzende entwicklung. Die Luxus­ industrie wird laut dem Vermögensverwalter GAM im heurigen Jahr um rund fünf Prozent wachsen. Angefeuert werden die teuren Mar­ kennamen von der weiterhin starken Nachfrage aus EmergingMarkets,vor allemChina.Einwei­ terer Treiber sind die sogenannten Millennials, die zunehmend als Konsumenten auftreten und auch das nötige „Kleingeld“ zur Verfügung haben. Das überdurchschnittliche Wachstum macht Luxusgüter nicht zuletzt für Investoren interessant,Aktien aus diesem Segment zeich­ nen sich überdies „durch solide Bilanzen und die Generierung hoher Cashflows aus“, wie es in einem aktuellen Kommentar des Fonds „GAM Luxury Brands Equity“ heißt. Interes­ sante börsennotierte Luxus-Unternehmen gebe es dabei laut den Experten zu Genüge.Da hätten wir zum Beispiel Swatch: Der weltgröß­ GAM: luxus hat immer saison te Uhrenhersteller hat die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung übertroffen und im ab­ gelaufenen Quartal hohe Nachfrage aus Asien gesehen. LVMH und Estée Lauder – um zwei weitere prominente Namen zu nennen – haben ebenfalls durch starkes Wachstum beein­ druckt. Das Fazit lautet:Wer sich keinen teuren Schmuck, schnittige Autos, edle Spirituosen usw. leisten will oder kann, sollte vielleicht ein Auge auf Luxus-Aktien werfen. Steueroase Österreich. In der re­ nommierten „Zeit“ wurde die Alpenrepublik unlängst ziemlich frontal angegriffen. In dem Bericht heißt es: „Eine kleine Tabaktrafik zahlt in Österreich fast genauso viel Steuern wie ein milliardenschwerer Industriekonzern. Die großen Unternehmen werden vom Finanz­ ministerium umarmt, die kleinen zur Ader gelassen.“ Laut der Zeitschrift könne man mit Fug und Recht sagen:„Für multinationale Kon­ zerne ist Österreich eine Steueroase.“ Auch die Ursachendiagnose fällt nicht gerade schmei­ chelhaft aus: Letztlich beruhe die geringe Steuerleistung von Konzernen auf der Dumm­ heit,dem Desinteresse und der aktiven Beihilfe von Politikern: „In vielen Fällen handelt es sich um eine Komplizenschaft von Konzernen und Politik.“ Aber vielleicht bekommt ja das Volk jene Politiker, die es verdient? schlechtes zeugnis

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxOTU=