Aktien: Schockstarre in den USA
Während europäische Aktien im heurigen ersten Quartal zweistellig zulegen konnten, haben ihre US-Pendants kräftig Federn lassen müssen. Die Euphorie vom Jahresanfang ist inzwischen einer Schockstarre gewichen.
„Zu unsicher scheint, was durch die Trump-Politik für Schaden angerichtet wird. Vom Profit durch Deregulierung spricht inzwischen kaum jemand mehr. Ein Blick auf Gewinner und Verlierer im ersten Quartal spricht Bände“, so Robert Beer (Robert Beer Investment).
Sektoren im Umbruch
Der Experte: „Auch auf Sektorebene ist ein massiver Wechsel zu beobachten. So sind in den USA insbesondere die hoch bewerteten Technologieaktien unter Druck. Die Aktien, die zeitgleich aufgrund der in den letzten Wochen bereits besprochenen Konzentration und Gewichtung den Index die letzten Jahre maßgeblich gezogen haben, lassen – angeführt von Tesla – kräftig Luft ab. In Europa waren hingegen lange gemiedene und relativ preiswerte Banktitel einer der Haupttreiber.
Ein Blick auf Gewinner und Verlierer im ersten Quartal (Stand 28.03.2025, Quelle Robert Beer) spricht Bände:
Diese enorme Divergenz lässt sich durch den kräftigen Deleveraging-Prozess seit Ende Januar erklären. Gehebelte Hedgefonds haben ihre größten Positionen reduziert und gleichzeitig die Wetten auf fallende Kurse in Europa geschlossen. Ein Trend, der kurzfristig enorme Summen aus den USA nach Europa verschiebt, aber eben auch irgendwann ausläuft. Historisch gesehen sind solche Trendwechsel jedoch durchaus mittel- bis langfristige Phänomene. Es scheint daher erwartbar, dass sich europäische Aktienmärkte die nächsten Jahre tendenziell besser entwickeln als amerikanische.“
Furcht vor Rezession
„Die Unsicherheit in Übersee ist derart groß, dass kurzfristig sogar ein Abrutschen in die Rezession möglich erscheint. Dies würde auf die Weltwirtschaft enormen Einfluss haben und vermutlich auch Europa und Asien negativ tangieren, vielleicht sogar eine Art Ausverkauf ermöglichen. Andererseits liefern mittelfristig die Investitionsprogramme in Deutschland und der Konjunkturstimulus in China für die beiden Regionen einen kräftigen Konjunkturimpuls und wirtschaftlichen Stimulus. Dennoch sind die Risiken nicht von der Hand zu weisen. Neben der geopolitischen steigt auch die wirtschaftliche Verunsicherung an. In einem solchen Umfeld sind weitere Korrekturen jederzeit im Bereich des Möglichen, müssen andererseits aber auch nicht auftreten.“
Top-Aktien plus Risikomanagement
„Da es statistisch alle paar Jahre zu Bärenmärkten mit mehr als 20%-Korrekturen kommt und auch eine Topbildung nicht ausgeschlossen werden kann, sollten Anleger neben einer breiten Streuung von Top-Aktien auch auf ein aktives Risikomanagement Wert legen. Unsere Strategien haben die freundliche Entwicklung in Europa und China genutzt, sowie gleichzeitig die Risiken im Griff gehabt und sich im Quartal positiv geschlagen. Getreu dem Motto Chancen nutzen und gleichzeitig Risiken begrenzen sind wir mit unseren risikoadjustierten, breit diversifizierten Strategien auch für die kommenden Monate zuversichtlich.“
Robert Beer Investment/HK
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