GELD-Magazin, Juli/August 2018

GELD-Magazin, Juli/August 2018

An den Immobilienmärkten machen hohe Einkaufspreise, schmale Renditen und ein langsamer Zinsanstieg das 08/15-Geschä schwieriger. „Nur in speziellen Nischenmärkten, in denen wir unsere Projekte entwickeln, sind für Investoren noch gut zweistellige Renditen zu erzielen“, so Mario Kmenta von der trivium GmbH. GELD ° trivium ist in der Immobilien- entwicklung tätig.Wie läuft das Geschäft – vor allem auf der Akquisitionsseite? MARIO KMENTA: Grundsätzlich können wir uns nicht beschweren. Das Geschä läu gut und wir steigern jedes Jahr unser Investment- volumen.WennmandieletztenJahrebetrachtet, ist zu erkennen, dass die einzelnen Projekte grö- ßer werden und wir neue Märkte erschließen. In Wien ist es mittlerweile sehr schwer, rendite- trächtige Objekte zu nden, die Einkaufspreise sind in den letzten Jahre überproportional ge- stiegen. Wir haben deshalb unsere Tätigkeit im Westen Österreichs intensiviert und sehen auch im Süden, in Graz und vor allem auch über der Grenze in Slowenien gute Chancen. Hier ent- stehen überall neue große trivium-Projekte. Außerdemwerden wir noch diesen Sommer die trivium Deutschland GmbH gründen. Welche interessanten Projekte haben Sie derzeit im Angebot? Welche versprechen die besten Renditen? Wir entwickeln aktuell ein großes Hotel-/Ge- werbe- undWohnprojekt in Hard amBodensee. Hier entsteht in Zusammenarbeit mit der Ge- meinde Hard ein interessantes Neubauprojekt, das die besten Voraussetzungen für einen wirt- scha lichen Erfolg hat. Im Süden Wiens sind wir dabei, ein Wohnbauprojekt auf die Beine zu stellen, das Vorsorgewohnungen und Eigen- nutzerwohnungen im Zentrum von Mödling vereinen wird. Unsere deutsche GmbH werden wir mit einem großen Wohnbauprojekt eben- falls noch dieses Jahr starten. An der Schweizer Grenze, in der Nähe von Basel werden, wir ca. 145 Wohneinheiten errichten und verkaufen. Im zweiten Grazer Bezirk wird auch ein Projekt vorbereitet, hier sind wir noch ein paar Wochen von der Realisierung entfernt. All diese Projekte haben das Ziel, zweistellige Renditen für unsere Investoren zu erwirtscha en. Natürlich gibt es bei solchen Entwicklungsprojekten keine Ga- rantie, aber die Vergangenheit zeigt, dass wir diese Ziele in der Regel erreichen. Soll man derzeit eher in Gewerbe- oder Wohnimmobilien investieren? Diese Frage kannman pauschal nicht beantwor- ten. Investieren sollte man prinzipiell auf Basis der Mikrodaten und der Chancen und Risiken, die in einem individuellen Projekt stecken. Die Wohnungsnachfrage ist extrem regional abhän- gig. Auch bei Gewerbeimmobilien muss man sich den lokalenMarkt genau ansehen. Generell kannman sagen, dass sich für langfristig ertrag- reiche Investments Gewerbeimmobilien besser eignen. Im Wohnbereich sind die laufenden Renditen geringer, dafür kann man beim rich- tigen Projekt mit Wertsteigerungen rechnen. Wie sehen Sie die Preisentwicklung bei Immobilien generell, haben wir durch das Zinstief einen Gipfel erreicht? Die Zinsen sind ein enorm wichtiger Faktor für das Immobiliengeschä . Mit fallenden Zinsen können wir nicht mehr rechnen, aber auch ein steiler Anstieg erscheint uns nicht realistisch. D.h. wir werden zwar höhere Zinssätze in einem überschaubaren Rahmen sehen, aber diese wer- den für das Immobilieninvestment-Geschäft verkra bar sein. In einzelnen Nischen, die auf- grund anderer Parameter Potenzial nach oben bieten, werden die Chancen weiterhin über- wiegen. So sehen wir z.B. in einem Markt wie Slowenien trotz alldem sehr gute Chan- cen auf Gewinne. Auch in nachfragestarken Märkten, wie z.B. dem Baden-Württemberger Wohnungsmarkt, ist der Gewinnpu er groß ge- nug, um Zinsänderungen abfangen zu können. Diese Überlegungen sind aber Bestandteil jeder unserer Investmententscheidungen. Ist es ratsam, jetzt (noch) in eine Vorsorgewoh- nungen zu investieren? Mit welchen Renditen kann man hier rechnen? Sollte man hier eher eine Vorsorgewohnung in einem Neubau oder in einem renovierten Altbau wählen? Eine Vorsorgewohnung ist immer ein solides Investment mit überschaubarem Risiko und guter Rendite. Eine gute Vorsorgewohnung ist in einemWohnbau, der nicht nur Vorsorgewoh- nungen hat. Eine gute Durchmischung des Objekts, Eigennutzer, die vor Ort wohnen und auf die Immobilie achten und gut angebun- dene Lagen sind wichtig. Diese Faktoren bilden den Boden für eine gute Wertsteigerung. Oft werden solche Kombinationen nur im sanierten Altbau geboten, dabei sollte man sich nicht vor den Mietobergrenzen fürchten. Einerseits ist es fraglich, ob diese bei der aktuellen Wohnungs- übernachfrage langfristig halten und eine neue RegelungnichtmitNeubauwohnungennivelliert wird, anderseits haben Altbauwohnungen in der Regel wesentlich bessere Wertsteigerungen als der Neubau. Man sollte aber keine Wohnung in einem Vorsorgewohnungsghetto kaufen. www.trivium.at Rentable Immobilienprojekte Interview mit Mario Kmenta, trivium GmbH ° EXPERTS TALK JULI/AUGUST 2018 – GELD-MAGAZIN ° 83 Mag. Mario Kmenta, Gründer und Geschäftsführer der trivium GmbH CREDIT: beigestellt

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