GELD-Magazin, Juli/August 2018

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rohstoffe  ° Aktuelle Trends Eine Krise jagt die andere. Knapp 80 Dollar pro Barrel erreichte der Ölpreis Ende des vergangenen Monats – mit einer Steigerung von 20 Prozent seit Jahresbeginn und über 60 Prozent imVergleich zum Juni 2017 ist das „schwarze Gold“ somit einer der großen Gewinner unter den Rohstoffen.Und in dieserTonart könnte es durchaus weitergehen,denn Krisen in wich- tigen Exportländern wollen einfach nicht abreißen. Da hätten wir zum Beispiel die desaströse wirtschaftliche und politische Situation in Venezuela,die die Ölproduktion deutlich hemmt.Au- ßerdem schwebt das Damoklesschwert eines Embargos (Stichwort Atomstreit) über dem Iran. Dem nicht genug, hat in Libyen die staatliche Ölgesellschaft NOC offensichtlich die Kontrolle über wichtige Häfen an Regierungsgegner verloren. Diese haben kurzerhand eine eigene Ge- sellschaft – NOC East – gegründet und wollen den Ölexport jetzt in die eigene Hand nehmen! Das erschüttert das ohnehin gebeutelte Libyen, das immerhin über die größten Rohölreserven Afrikas verfügt. Der wesentliche politische Ein- flussfaktor für die Ölpreisentwicklung bleibt aber Saudi-Arabien. Dort pumpt man massen- haft billiges Öl aus dem Wüstensand, um die Märkte zu überfluten und den US-Frackingfir- men zu schaden. Bisher haben die Öl-Scheichs wenig Einlenken angedeutet.All das könnte laut JPMorgan den Ölpreis über 100 Dollar pro Fass katapultieren. (hk) Absturz. Seit Erreichen eines Vier-Jahres- Hochs Anfang Juni musste Kupfer einiges an Glanz einbüßen – der Kurs sackte von knapp 7300 auf rund 6500 Dollar ab. Wobei es laut der „Vontobel Rohstoff-Kolumne“ für das Indus- triemetall noch weiter bergab gehen könnte. Zu dieser Einschätzung führen unter ande- rem schwächere Wirtschaftsdaten aus China. Aktuelle Zahlen zur Industrieproduktion, zu Investitionen und Einzelhandelsumsätzen könnten auf eine Abschwächung der Konjunktur in dem für den Kupfermarkt besonders wich- tigen Nachfragemarkt hindeuten. Hinzu kommt der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China. „Wir gehen davon aus, dass sich die chinesische Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte abkühlen wird, sodass es einen fun- damentalen Grund für niedrigere Kupferpreise gibt“, so Caroline Bain, Analystin bei Capital Economics.Vieles hänge auch von den neuen Nachrichten aus den USA und dem Reich der Mitte bezüglich des Handelskonflikts ab. Bain: „Jede weitere Eskalation dürfte die Kupferpreise weiter abwärts schicken.“ Der Trendpfeil ist jedenfalls seit Mitte Juni strikt abwärtsgerichtet.Be- trachtet man das Chartbild der vergangenen zwölf Monate,hat sich diese negative Entwicklung bereits abgezeichnet: Ein Trendbruch fand im Februar statt, als der Kurs-Gipfel vom Vormonat nicht mehr erreicht werden konnte.Das Juni-Hoch ist somit als Strohfeuer zu bewerten. (hk) Kupfer ° Handelsstreit belastet Rohöl  ° Preise über 100 Dollar? abwärtstrend  ° Bereits im heurigen Februar war ein Trendbruch beim Kupfer festzustellen. Bis zum Juni konnte der Kurs zwar nochmals auf­ flackern, jetzt befindet sich das wichtige Industrie­ metall aber eindeutig in einer Abwärtsbewegung, die vom Handelsstreit befeuert wird. China 2,5 Mio. Tonnen Chile 1,3 Mio. Tonnen Japan 1,3 Mio. Tonnen Indien 0,6 Mio. Tonnen Russland 0,6 Mio. Tonnen CHARTS: Tai-Pan / software-systems credit: pixabay- 76 ° GELD-MAGAZIN – JULI/AUGUST 2018 Rohöl (Sorte Brent) Kupferpreis Kupferprduktion Tanker auf Irrfahrt? Regierungsgegner haben libysche Häfen besetzt, das verspricht weitere Turbulenzen am Ölmarkt.

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