GELD-Magazin, Juli/August 2018

GELD-Magazin, Juli/August 2018

credit: beigestellt 44 ° GELD-MAGAZIN – Juli/august 2018 Stefan Blum und Cyrill Zimmermann sind nach wie vor von den Wachstumsmöglichkeiten im Bereich Health- care begeistert. Das GELD-Magazin sprach mit den beiden Spezialisten anlässlich der Neuauflage des BB Adamant Sustainable Healthcare und den jüngsten Erfahrungen mit dem BB Adamant Digital Health Fonds. GELD ° Bellevue ist seit über 20 Jahren ein erfolgreicher Healthcare-Investor mit einer breiten Angebotspalette.Warum sind Sie nach wie vor von diesem Sektor überzeugt? Cyrill Zimmermann : Der Healthcare-Sek- tor wird getragen durch langfristige Trends wie die globale Überalterung, die technolo- gische Entwicklung der Medizin, den rasanten Anstieg der Mittelklassen in Asien sowie die Verwestlichung des Lebensstils und damit die Zunahme von Wohlstandskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Diese Faktoren verleihen dem Sektor eine Wachstumsdynamik, die für Investoren sehr attraktiv ist. Nun lancieren Sie sogar zwei neue Fonds, jüngst den BB Adamant Sustainable Health, mit dem Sie ebenfalls wieder eine Pionier- rolle im Markt einnehmen.Was waren die Gründe dafür? CZ : Es handelt sich dabei tatsächlich um den ersten Fonds, der die beiden Megatrends Ge- sundheit und Nachhaltigkeit verbindet. Im direkten Kundenkontakt hat sich gezeigt, dass immer mehr Investoren neben der Rendite auch ESG-Kriterien, also Aspekte der Umwelt, Gov- ernance respektive soziale Unternehmensthe- men in ihre Entscheidung miteinbeziehen wollen oder sogar müssen. Im eingangs er- wähnten Kontext der Wachstumstreiber der Healthcare-Branche haben Gesundheitsfir- men die Möglichkeit, durch nachhaltige und zukunftsorientierte Geschäftsmodelle und mit Blick auf die Kostenstrukturen einen Mehrwert für das Gesundheitswesen zu schaffen. Was bedeutet das in der Praxis? CZ : Innovationen müssen den medizinischen Nutzen wie auch die kosten- und ressourcen- schonende Anwendung im Fokus haben. Dazu gehören als Beispiel die personalisierte Medizin in der Onkologie und Gentherapie, effizientere Behandlungsmethoden wie Operationsroboter für minimalinvasive Eingriffe, die Spitalauf- enthalte verkürzen, sowie die Früherkennung bestimmter Krankheiten wie Krebs oder HIV. Ein weiteres zentrales Thema im Hinblick auf eine nachhaltige Gesundheitsversorgung stellt der Zugang zur Medizin dar – insbesondere für einkommensschwache Bevölkerungsteile. Wie bringen Sie den Nachhaltigkeitsaspekt in den Fonds? CZ : Als Grundlage des BB Adamant Sustainable Healthcare Fonds dient die langjährige und erfolgreiche BB Adamant Healthcare Index- Methodologie. Die daraus selektierten 600 Aktien werden zusätzlich einer strengen Nach- haltigkeitsprüfung unterzogen, durch die sich das Universum um 50 bis 60 Prozent redu- ziert. Für diesen Teil des Investmentprozesses haben wir den global führenden Dienstleister für Nachhaltigkeitsanalysen, Sustainalytics, als Partner gewonnen. Die sechs Analysten prüfen für uns laufendmehr als 850 Firmen imGesund- heitssektor auf Aspekte der Nachhaltigkeit. Der Fonds ist ausserdem Träger des österreichischen Umweltzeichens. Bereits im April haben Sie den BB Adamant Digital Health Fonds lanciert, könnten Sie uns auch hierzu den Hintergrund erläutern? Stefan Blum: Die Anleger erhalten Zugang zu einem globalen Portfolio von Technolo- gieaktien, die von den Fundamentalfaktoren des Healthcare-Sektors wie etwa der Über-al- terung der Gesellschaft profitieren. Um die damit verbundene steigende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen bewältigen zu können, müssen Kosten gesenkt und das Gesundheitswesen effizienter werden. Neue Technologien wie z.B. das Smartphone haben unseren Alltag stark verändert, halten nun Ein- zug imGesundheitswesen und sorgen als Digital Health für klinischen Mehrwert und dringend benötigte Effizienzsteigerungen und Kostenein- sparungen. Was muss man sich unter Digital Health vor- stellen? SBL : Darunter verstehen wir die Adaption von neuen Technologien im Gesundheitswesen. Der Mehrwert zeigt sich u.a. in fortschrittlichen medizinischen Behandlungsmethoden. Dank disruptiver Technologien wie beispielsweise Sensoren, Konnektivität oder Cloud Computing bringen Unternehmen heute neue oder verbes- serte Produkte und Dienstleistungen auf den Markt mit positivem Effekt auf die Behandlungs- qualität und die Kostenseite. Der Durchbruch von Digital Health zeigt sich unter anderem in Bereichen wie Telemedizin, roboterunter- stützte Chirurgie und Blutzuckerüberwachung. Sicherheit und klinischer Nutzen müssen mit aufwändigen Studien belegt und die Kostenrück- erstattung sichergestellt werden. Das schaffthohe Eintrittsbarrieren für neue Wettbewerber und macht das Technologierisiko berechenbarer. Konnten Sie mit diesemThema schon Erfah- rung sammeln? SBL : Wir investieren seit mehr als zwei Jah- ren über ein Zertifikat in das Thema Digital „Wir setzen auf langfristige Trends im Healthcare-Sektor“

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