GELD-Magazin, Juli/August 2018

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BRENNPUNKT ° Kurzmeldungen aus der Finanzwelt CREDITS: White House/Shealah Craighead, Shutterstock Eurozonen-Reform nimmt langsam Formen an Beim EU-Gipfel in Brüssel kamen die Teilnehmer bei der Bildung einer Banken-Union und der Erweiterung des ESM einen Schritt weiter. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frank- reichs Präsident Emmanuel Macron hatten sich bereits am 19. Juni bei einem Tre en in Meseberg auf gemeinsame Ziele für die seit längeremdebattiertenEurozonen-Reformen geeinigt und die Ergebnisse am EU-Gipfel in Brüssel in die Debatte miteingebracht. Trotz zahlreicher Bedenken stimmtendie EU-Mit- glieder grundsätzlich zu, die Institutionen der Eurozone weiter zu stärken. Bekrä igt wurde ein bereits von den Finanzministern ausgehandeltes Paket zur Bildung einer Banken-Union. Zudem wurde der Euro- gruppe ein Arbeitsau rag zur Vorbereitung USA bleiben bei WTO BIZ warnt vor Bitcoin US-Finanzminister Steve Mnuchin be- zeichnet Meldungen, wonach die USA aus der Welthandelsorganisation WTO austreten wollen, als „fake news“. Donald Trump hat einen Austritt der USA aus der WTO etliche Male angedroht, mit den Worten: „Ich weiß nicht, wa- rum wir Mitglied sind. Die WTO wurde von der restlichen Welt gescha en, um die USA über den Tisch zu ziehen.“ Trumps Wirtschaftsberater steuerten aber immer dagegen, wenn er diesen Vorschlag machte. Einer Umsetzung steht auch im Wege, dass Trump für diesen Schritt die Zustim- mung des Kongresses brauchen würde. Nun dementiert US-Finanzminister Steve Mnu- chin Meldungen, wonach sich US-Präsident Donald Trump für einen Austritt aus der WTO ausgesprochen hätte. „Das ist falsch“, sagte Mnuchin gegenüber dem Nachrich- tensender „Fox News“ und bezeichnete den Bericht als „fake news“. Es handle sich um eine Übertreibung. (mf) Im jüngsten Bericht stellt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Kryptowährungen ein vernich- tendes Urteil aus: Investoren drohe zumeist der Totalausfall. Die BIZ gehört zu den schärfsten Kritikern der Kryptowährungen. So argumentierte sie Mitte Juni in ihrem neuesten Jahresbericht neuerlich, dass der Handel mit Kryptowäh- rungen nicht sonderlich effizient sei, die Transaktionen dauern zu lange und das Geschäft verbrauche große Mengen an Energie. Zudem stecken mutmaßlich teil- weise Schneeballsysteme dahinter. Obwohl Finanzinstitutionen grundsätzlich für In- novationen offen sein sollen (Stichwort Blockchain), fordert die BIZ, Kryptowäh- rungen strenger zu regulieren. (mf) der Einlagensicherung Edis erteilt. Darüber hinaus soll der Euro-Rettungsschirm ESM gestärkt werden – als „Sicherheitsnetz“ für den gemeinsamen Bankenabwicklungs- fonds SRF. Die Finanzminister sollen zudem bis Dezember Details erarbeiten, wie der ESM weiterentwickelt werden soll. (mf) „Brexit-Gesetz“ ist nun in Kraft getreten „Brexit“-Befürworter jubeln. Nach monatelanger he iger Debatte billigte und unterfertigte Königin Elizabeth II. jetzt das „Brexit“-Gesetz, das den Austritt aus der Europäischen Union regeln soll. Parlamentssprecher John Bercow verkün- dete am 26. Juni in London unter dem Jubel der Brexit-Befürworter, dass Königin Eli- zabeth II. das Gesetz nun gebilligt und unterschrieben habe. In der Woche zuvor wurde es bereits im Parlament verabschie- det. Damit tritt Großbritannien am 29. März 2019 um Mitternacht Brüsseler Zeit de nitiv aus der Europäischen Union aus. Gleichzeitig wird dann ein Gesetz aus dem Jahr 1972 aufgehoben, das das EU-Gemein- scha srecht über britisches Recht stellt. Das Gesetz wurde von Premierministerin eresa May im Juli 2017 im Parlament ein- gebracht,nachdemEndeMärz2017derAus- trittsantrag in Brüssel eingereicht worden war – womit eine zweijährige Frist begann, innerhalbdererdiekün igenBezie- hungen zwischen GB und der EU ausge- handelt werden müssen. Die Verabschie- dung im Parlament erfolgte erst, nachdem May die Möglichkeit für Änderungsanträge zur künftigen „Brexit“-Vereinbarung mit der EU zugestand. Entscheidende Hürden sinddie Zukun derGrenze zwischenNord- irlandundIrlandsowieRegelnfürdengrenz- überschreitenden Handel, wenn Großbri- tannien den EU-Binnenmarkt verlässt. (mf) Theresa May boxte das Brexit-Gesetz mit einigen Zugeständnissen im Parlament durch Emmanuel Macron: Frankreichs Präsident treibt die Eurozonen-Reform intensiv voran 14 ° GELD-MAGAZIN – JULI/AUGUST 2018

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