GELD-Magazin, Juni 2018

Aktuelle Trends °  rohstoffe Dollar belastet. Beim Goldpreis ist auch weiterhin keine Entspannung in Sicht – neben dem starken US-Dollar wirken vor allem die weiter zulegenden Zinsen belastend. In der Vontobel-Rohstoffkolumne heißt es dazu: „Das Edelmetall verliert mit steigenden Zinsen an Attraktivität, weil es selbst keine Zinsen abwirft. Da Gold in der US-Währung gehandelt wird, lastet der durch den Zinsanstieg in den USA stärker werdende Dollar zusätzlich auf den Notie- rungen. Durch den stärkeren Dollar wird der Erwerb für Anleger außerhalb des Dollar-Raums künstlich verteuert und die Nachfrage damit gedämpft.“ Somit dürfte die Rechnung der „Gold- Bullen“ nicht aufgehen. Wegen der zahlreichen geopolitischen und makroökonomischen Risiken (Handelsstreit,Iran-Konflikt etc.) hatten sie mit einemGoldpreisanstieg gerechnet.Denn Gold gilt bei vielen Anlegern weiter als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte noch im Februar ihre Goldpreisprognose um 200 Dollar auf 1450 US-Dollar/Unze per Jahresende angehoben. Nach Angaben des World Gold Council ist die Nachfrage nach Gold im ersten Quartal dieses Jahres allerdings gesunken. Nur Notenbanken kaufen im Jahresvergleich mehr; die Nachfra- ge aus den Bereichen Schmuck,Industrie sowie Investments ging jedoch zurück,wobei der Hun- ger nach Silber zunimmt.Demzufolge bleibt der Abwärtstrend beim Gold intakt. (hk) Gold  ° Unter Druck Gewinnmitnahmen. Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate hat Zucker über zehn Prozent an Wert eingebüßt – auch län- gerfristig betrachtet, fällt die Performance keineswegs erfreulich aus: In fünf Jahren setzt es ein kräftiges Minus von rund 25 Prozent (auf zehn Jahre gibt es ein Plus von 25 Prozent,was aber auch nicht wahnsinnig berauschend ist). Im Chartbild keimte in diesem April Hoffnung auf,als Zucker ein Satz nach oben gelang.Ende Mai kam es allerdings schon wieder zu Einbu- ßen, da Anleger Gewinne mitnahmen. Bei ETF Securities beleuchtet man die Hintergründe wie folgt: „Nach der Rekordernte (und des folgenden hohen Zuckerausstoßes) hatte der Markt zu- nächst reflexartig angenommen,dass Indien den Markt mit umfangreichen Zuckerrohrexporten überschwemmen könnte.Indien scheint sich aber in diesem Jahr mit der Anhebung der Lager- bestände zufrieden zu geben. Zugleich ist es wahrscheinlich, dass das brasilianische Angebot aufgrund der weniger günstigen Wetterlage geringer ausfällt. Darüber hinaus dürften die re- lativ hohen Rohölpreise dazu führen, dass größere Mengen Zuckerrohr der Zuckerproduktion entzogen und in die Ethanolproduktion gelenkt werden.“ Charttechnisch gesehen stellen die Gewinnmitnahmen noch keinen Bruch der kurzfristigen Aufwärtstrends dar, Zukäufe drängen sich in der aktuellen Situation aber auch nicht auf. (hk) Kassa gemacht  ° Als der Markt im Mai den Umfang des globalen Überangebots neu bewer- tete, legten die Zuckerpreise sehr schnell um sie- ben Prozent zu. Das nützten Investoren allerdings dazu, um Gewinne zu realisieren. Der Chart könnte jetzt wieder in ruhigere Bahnen kommen. Brasilien 37,1 Mio. Tonnen Indien 25,5 Mio. Tonnen Thailand 10,1 Mio. Tonnen China 8,2 Mio. Tonnen USA 7,9 Mio. Tonnen Zucker  ° Kein Honiglecken Zuckerpreis Goldpreis Zuckerproduktion Juni 2018 – GELD-MAGAZIN ° 73

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