GELD-Magazin, Juni 2018

rohstoffe  ° Aktuelle Trends Nickel wird für Batterien benötigt, der erwar- tete Boom bei Elektroautos beflügelt deshalb den Kurs des Rohstoffes. Abschwächung. Der Aufwärtstrend beim Erdöl hat Ende Mai nach Notierungen von knapp über 80 Dollar wieder einen deutlichen Dämpfer erfahren. Zuvor hatte der Ausstieg der USA aus dem Iran-Atom-Deal das schwarze Gold angefeuert.Da der Iran die durchaus bedeut- same Menge von 3,8 Millionen Barrel Öl pro Tag produziert (die OPEC kommt auf 32 Millionen Barrel täglich),hat die Gefahr von Versorgungsengpässen die Sorte Brent erstmals seit Novem- ber 2014 über die Marke von 80 US-Dollar pro Barrel getrieben (bei der US-Marke WTI waren es über 70 Dollar). Die Herrlichkeit hielt aber nicht lange an: Bei Long-Rohöl-ETPs kam es in der letzten Mai-Woche zu starken Abflüssen,WTI verbilligte sich so stark wie zuletzt zehn Wo- chen zuvor.Eine Ursache dafür ist,dass sowohl OPEC als auch Russland signalisierten,dass sie wieder zu Fördererhöhungen bereit wären. Bis- her ist allerdings unklar, in welchem Maße sie ihre Förderung anheben wollen oder inwiefern die 14 Mitglieder der OPEC – und die anderen zehn Nicht-OPEC-Länder, die an der freiwilligen Förderanpassung teilnehmen – überhaupt mit einer Reduzierung der Förderkürzungen ein- verstanden sind. Es wird wohl erst das 174. Treffen der OPEC am 22. Juni für mehr Klarheit sorgen. Derzeit ist der kurzfristige Trendpfeil für Erdöl jedenfalls abwärts gerichtet, die Schwan- kungsfreudigkeit hält sich dabei im Rahmen der vergangenen Monate. (hk) Abseitsdeshandelskrieges. Die US-Zölle auf Stahl und Aluminium aus Kanada, Mexiko und der EU sind nach Ablauf der Ausnah- meregelungen am31.Mai in Kraft getreten.„Wie schon bei der ersten Ankündigung, stiegen die Preise der Metalle an.Als die vorübergehenden Ausnahmen angekündigt wurden, verloren die Preise für die beiden Metalle an Momentum, nun wurden sie jedoch erneut entfesselt. Liefer­ engpässe sind der Grund dafür, dass die Preise für Stahl und Aluminium nun weiter steigen wer- den“, so die aktuelle Einschätzung von Nitesh Shah, Director Commodities bei ETF Securities. Im Schatten des Handelskonflikts hat allerdings ein anderer Rohstoff die Favoritenrolle einge- nommen: Nickel. Dazu kommentiert Stefan Breintner, Analyst bei DJE Kapital: „Bereits heute befindet sich der weltweite Nickelmarkt in einer Defizitsituation. Das heißt, dass das jährliche Angebot aus laufender Produktion geringer als die Nachfrage ist.Aktuell gibt es keine großen neuen Nickelprojekte.Die Pipeline ist praktisch leer.In den kommenden Jahren könnte sich die Angebotssituation noch weiter verschärfen.Aktuell gehen konservative Marktschätzungen da- von aus,dass das Angebotsdefizit bei Nickel von ca.90.000Tonnen im Jahr 2017 bis 2025 auf ca. 500.000 Tonnen ansteigen könnte.“ Grund ist das erwartet hohe Nachfragewachstum der Batterieindustrie,angefeuert unter anderem von der steigenden E-Mobilität. (hk) Industrierohstoffe  ° Nickel als Favorit Rohöl  ° Werden die Hähne aufgedreht? Boom  ° Die Nachfrage der Batterieindustrie nach Nickel ist aktuell noch relativ gering, sie könnte sich aber bis 2025 mehr als vervierfachen. Elektrisch betriebene Fahrzeuge zeichnen dafür verantwortlich, was auch den Nickel-Chart in die Höhe schnellen lässt. Russland 300.000 Tonnen Australien 218.000 Tonnen Kanada 162.000 Tonnen Neukaledonien 111.000 Tonnen Indonesien 103.000 Tonnen CHARTS: Tai-Pan / software-systems CREDIT: Shutterstock Rohölpreis (Sorte Brent) Nickelpreis Nickelproduktion 72 ° GELD-MAGAZIN – Juni 2018

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