GELD-Magazin, Juni 2018

aktien Panorama CrediTS: beigestellt Ungemach aus Brüssel. Neben der sto- ckenden Planung für die 3. Piste – die Causa ist mittlerweile beim Verwaltungsgerichtshof – erfolgt nun beim Flughafen Wien auf Antrag mehrerer Airlines eine Evaluierung der Flug- hafentarife (Start- und Landegebühren) durch die EU-Kommission. „Die Zielrichtung ist wohl eine Zentralisierung der Entscheidung über die Tarife“,sagte Flughafen-Chef Günther Ofner.Das sorge jedenfalls für enorme Unsicherheiten be- züglich künftiger Investitionen. ANd the winner is... Zum 11. Mal wurde am 17. Mai der Wiener Börse Preis im Palais Niederösterreich vor 350 Gästen verliehen. Im Beisein zahlreicher Vertreter aus Wirtschaft und Politik kürte die Wiener Börse die Gewinner in vier Kategorien. In der Kategorie „ATX“ steht heuer die CA Immo ganz oben auf dem Stockerl und nimmt sowohl die höchste Auszeichnung als auch den „Corporate Bond Preis“ mit nach Hause.In der Kategorie „Small & Mid Cap“ lan- det AT&S bereits zum dritten Mal auf Platz eins. APA-Finance mit einem Team ausgewählter Finanzjournalisten wählte Flughafen Wien für ihre ausgezeichnete Medienarbeit auf Platz eins. Hervorgehoben wurden von der Jury un- ter anderem die verlässliche und transparente Kommunikation der Flughafen-Vorstände. „Österreichische Unternehmen sollen die rot- weiß-rote Bullenstärke besser für sich nutzen können“, sagte Finanzminister Hartwig Löger in seiner Festrede. „Um das zu unterstützen, ist unser Ziel sinnvolleRegulierung statt Strangulie- rung.Erste Impulse haben wir bereits gesetzt.“ Wiener Börse Preis Immofinanz und S Immo Strabag und PORR Flughafen Wien Neue Streubesitzfaktoren Immofinanz, S Immo und Wolford. Die Wiener Börse gibt nach quartalsweiser Überprüfung der Berechnungsparameter der österreichischen Indizes, allen voran des öster- reichischen Leitindex ATX, die neuen Faktoren bekannt. Der Streubesitzfaktor der Immofinanz sinkt nach dem Einstieg der S Immo (5 Pro- zent) von 0,9 auf 0,8. Bei S Immo steigt der Streubesitzfaktor von 0,6 auf 0,7. Der Erwerb von 30 Prozent durch Immofinanz erfolgte von institutionellen Investoren, jedoch steigt der Streubesitz nach der Veräußerung des Aktien­ pakets der Sparkassen Versicherung. Beim Vorarlberger Mode-Konzern Wolford AG sinkt der Streubesitzfaktor nach Einstieg des chi- nesischen Großinvestors Fosun von 0,4 auf 0,3. Der Streubesitzfaktor drückt aus,wie vieleAktien eines Unternehmens im Publikum gestreut sind und beeinflusst,wie stark eineAktie im Index ge- wichtet ist.Die Änderungen werden am 18.Juni 2018 wirksam. Die nächste planmäßige Über- prüfung der Zusammensetzung des ATX findet am 4.September 2018 statt. Starwood gescheitert. Der US-Investor Starwood Capital ist mit seinem Angebot, bis zu 26 Prozent der CA Immo und bis zu fünf Prozent der Immofinanz zu kaufen, bei deren Aktionären abgeblitzt. Angedient wurden Starwood bis zur Annahmefrist am 30. Mai lediglich 0,16 Pro- zent der CA Immo-Aktien und 0,21 Prozent der Immofinanz-Papiere. Den CA-Immo-Aktionären hatte Starwood 27,50 Euro proAnteilsschein plus Dividende angeboten, den Immofinanz-Anteils­ eignern 2,10 Euro je Aktie. Beide Unternehmen bewerteten die jeweiligen Angebote als „nicht angemessen“. Da bei der Angebotslegung am 18. April bereits geahnt werden konnte, dass sich Immofinanz von ihrem 26 Prozent-Paket an der CA Immo trennen wolle, zielte das Angebot von Starwood genau daraufhin ab. Immofinanz startete jedoch am 19.April einen offenen Ver- kaufsprozess und will bis Sommer das Paket an den Bestbieter veräußert haben.Der aktuelle Bör- senkurs der CA Immo liegt mit 28,50 Euro bereits deutlich über demAngebotspreis von Starwood. Weitere Razzien. Wegen des Verdachts der illegalen Preisabsprachen führte die Wirt- schafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft weitere Hausdurchsuchungen an mehreren Standorten bei Österreichs größtem Baukon- zern Strabag sowie bei Porr durch. Auch die Bundeswettbewerbsbehörde ist eingeschaltet. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit dem Vorwurf rechtswidriger Preisabspra- chen – vorwiegend bei Bauprojekten im Auftrag des Bundes und der Länder in Kärnten, der Steiermark und Niederösterreich. Der gesamte betroffene Projektwert soll um die 100 Millio- nen Euro liegen. Die Absprachen sollen immer nach der gleichen Methode erfolgt sein.Die Un- ternehmen hätten untereinander vereinbart,wer zu welchem Preis ein Angebot legt. Der Sieger der Ausschreibung hätte den anderen Firmen eine Abschlagszahlung geleistet. Im Visier ste- hen Projekte zwischen 2008 bis 2014, wie z.B. die Sanierung der Pyhrn- und der Karawanken- Autobahn oder das Projekt Koralmbahn. Festsaal im Palais Niederösterreich bei der Ver- leihung der Wiener Börse Preise. Günther Ofner muss sich als Flughafen-Chef mit endloser Bürokratie herumschlagen. 56 ° GELD-MAGAZIN – Juni 2018 Der Wiener Börse Preis ist eine gemeinsame Initiative folgender Akteure am österreichischen Kapitalmarkt:Aktienforum,APA-Finance, Cercle Investor Relations Austria (C.I.R.A.), Oesterrei- chische Nationalbank (OeNB), Österreichische Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Ma- nagement (ÖVFA) ,VereinigungÖsterreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG),Wiener Börse, Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und Zerti- fikate ForumAustria.

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