GELD-Magazin, Juni 2018

brennpunkt  ° Kurzmeldungen aus der Finanzwelt creditS: White House/Shealah Craighead, wikimedia/Gage Skidmore, CDU/Laurence Chaperon Globaler Schuldenberg auf Rekordniveau Mitte April veröffentlichte der Interna­ tionale Währungsfonds (IWF) den „IMF Fiscal Monitor“, der auch Statisti­ ken zur globalen Verschuldung beinhal­ tet. Die Zahlen sind atemraubend. Die Außenstände von Staaten und Privaten zusammen betrugen mit Ende 2017 etwa 164.000 Milliarden Dollar oder 225 Pro- zent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Die Staatsverschuldung der Industriestaaten war nur im ZweitenWeltkrieg höher als der- zeit. Auch die Schwellenländer steuern auf die höchste Verschuldung aller Zeiten zu. Offensichtlich besteht aber kein Konsens darüber, wie Wachstum entsteht oder geför- dert werden kann, entweder mit oder ohne Schulden. Während vor allem Europa, aber auch Indien und Japan versuchen zu sparen, Banken-Megafusion Regeln für Banken-IT Die italienische UniCredit und die etwa gleich große französische Société Générale denken über einen Zusam­ menschluss nach. Das Projekt wird von Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier vorangetrieben. Zwischen zwei der größten europäischen Banken, UniCredit und Société Générale, könnte sich eine Fusion anbahnen. Mit der Fusion entstünde eine Großbank mit ei- ner Bilanzsumme von rund 2,5 Billionen Dollar. Ein Zusammenschluss würde laut Bloomberg bereits aus Effizienzgründen Sinn machen. Pikant ist, dass die Idee der Fusion von Jean-Pierre Mustier, dem fran- zösischstämmigen UniCredit-Chef, verfolgt wird, der einst für Société Générale tätig war und sogar als deren möglicher CEO gehan- delt wurde. Mustier verließ aber die Société Générale nach dem Skandal um den Bör- senhändler Jérôme Kerviel, der Mustier unterstellt war und durch Spekulationen milliardenhohe Verluste gemacht hatte. (mf) Die EZB will heuer noch konkrete Vor­ gaben für die IT-Systeme der Banken erlassen. Zunächst sind 118 euro­ päische große Institute betroffen. Die Richtlinien für die IT der Banken sollen überarbeitetundeinheitlichgeregeltwerden. Nach einem Bericht der „Börsen-Zeitung“ wollen die Bankenaufseher noch im lau- fenden Jahr konkrete Vorgaben erlassen. Nebenden 118Großbankenkönntenmittel- fristigauchkleinereKreditinstitutebetroffen sein. Unter anderem soll das Management von Zugangsrechten vereinheitlicht und die Ausfallsicherheit der IT-Dienste ver- bessert werden. Hintergrund dafür sind die oft überalterten Computersysteme von Großbanken, die unter EDV-Spezia- listen als Sicherheitsrisiko gelten. (mf) sind China, Russland und auch die USA be- reit, sich in Zukunft weiter zu verschulden. Und das ist kein Zufall, letztere drei haben keine Zeit zu sparen. Das Motiv lieferte Do- nald Trump unverhohlen: „Solange Staaten Atomwaffen haben, werden wir im Rudel ganz oben stehen.“ (mf) Amerikaner selbst fürchten US-Handelskrieg Trumps Berater räumen ein, dass die hohen US-Handelszölle für die Welt­ wirtschaft ein gewisses Risiko beinhal­ ten. Sie befürchten mittlerweile auch für Amerika negative Auswirkungen. Die US-Zölle auf Stahl und Aluminium­ importe lösten bereits Gegenmaßnahmen aus. Allen voran heben seit Kurzem Me- xiko und Kanada sowie auch Europa ab Anfang Juli Zölle auf bestimmte amerika- nische Waren ein. Obwohl Trump-Berater Larry Kudlow die Entscheidungen Donald Trumps verteidigt und meint, dass Trump nur auf „Jahrzehnte des Missbrauchs“ re- agiere, räumte er nun ein, dass die neuen Strafzölle auch der Wirtschaft seines Landes schaden könnten. Er meint jedoch, dass Trump „nur“ das Welthandelssystem reformieren wolle, in dem es zu viele Regel- verstöße gegeben hätte. Mit den Zöllen ins Abseits gedrängt wurde auch die Welthan- delsorganisation WTO, in deren Richtung Kudlowmeinte, dass die Vereinigten Staaten sich mehr an nationale Interessen gebunden fühlen als an alles andere. Unwohl mit der Entwicklung fühlen sich nun zahlreiche US- Senatoren, die Donald Trump mit einem Gesetzesentwurf unter Kontrolle bringen wollen. Danach dürfe der US-Präsident nur noch mit Zustimmung des Kongresses Zöl- le „zum Schutz der nationalen Sicherheit“ verhängen. Sollte das Gesetz beschlossen werden, wird es für Trump schwierig, Zölle z.B. auch auf Autoimporte auszudehnen. (mf) Larry Kudlow: Trumps Wirtschaftsberater macht sich Sorgen um die amerikanische Wirtschaft Donald Trump: „ Solange Staaten Atomwaffen haben, werden wir im Rudel ganz oben stehen.“ 18 ° GELD-MAGAZIN – juni 2018

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