GELD-Magazin, März 2018

A ls Land mit dem kleinsten BIP der Welt wird der pazifische Inselstaat Tu- valu mit äußerst bescheidenen 40 Millionen US-Dollar (rund 32 Mio. Euro) geführt. Vor allem im Vergleich mit den größten Fonds derWelt: Der JPMUS Dollar Liquidity weist ein stolzes Volumen von 81,4 Milliarden Euro auf; der PIMCO GIS Income kommt auf 60,4 Milliarden Euro. Aber nicht nur kleine, exotische Inselreiche können von den Riesen-Fonds in die Tasche gesteckt werden, auch Mitglieder der Europäischen Union, wie zum Beispiel Estland (20,8 Mrd. Euro) und Lettland (24,8 Mrd. Euro), sehen hier etwas blass aus. Hinzugefügt werden muss, dass es sich bei dem genannten JPM- Produkt um einen Geldmarktfonds und beim PIMCO GIS Income um einen reinen Anleihenfonds handelt. Mischfonds: GroSSe Brocken Aber auch gemischte Fonds – die für Privatanleger im Sinne der Risikostreuung wohl etwas passender sind – sammeln viel Geld ein. In dieser Kategorie liegt der JPM Global Income mit 24,3 Milliarden Euro an erster Stelle. Er wurde im Dezember 2008 lanciert, also just in jenem Jahr, in dem die große Finanzkrise losgetreten worden ist. Durchaus beeindruckend ist in diesem Zu- sammenhang, dass seither ein stolzes Plus von rund 118 Prozent erzielt wurde, das Fondsmanagement setzt auf ein globales Portfolio aus „ertragbringenden Wertpa- pieren“, wobei gegebenenfalls Derivate ein- gesetzt werden können. High Yields spielen mit einer Gewichtung von ca. 25 Prozent derzeit eine wichtige Rolle, geografisch ist man im Gesamtportfolio mit beinahe 50 Prozent fest in den USA positioniert. Euro- pa ex Großbritannien (17%) und Schwel- lenländer (15%) folgen auf den weiteren Plätzen. Mit einem Volumen von 21,6 Milliar- den Euro ist der Carmignac Patrimoine die Nummer zwei unter den größten Misch- fonds. Der Fonds ist nicht nur riesig, son- dern auch sozusagen ein „alter Hase“ und schon seit 1989 am Markt. Ein nahe liegen- der Schluss ist nun, dass Alter und Größe auch ein gewisses Qualitätskriterium dar- stellen – im Gegensatz zu „schwachbrüsti­ gen“ Produkten, die vielleicht nach ein paar Jahren Wettbewerb schon wieder das Zeit- liche gesegnet haben. Dass die Riesen- Fonds über entsprechende Erfahrung, in- ternationale Vernetzung und gut bezahlte Manager verfügen, sollte auch nicht gerade zum Nachteil gereichen. Beim französischen Carmignac Patri- moine macht sich das auch in einer soliden Langfristperformance von kumuliert rund 55 Prozent auf Sicht von zehn Jahren be- merkbar. Interessant ist natürlich nicht zu- letzt die sehr kurzfristige Performance an- gesichts des Flash-Crashs in den USA vom vergangenen Februar; auch hier schneidet der Patrimoine nicht schlecht ab: Auf Sicht eines Monats kommt er auf ein Plus von knapp drei Prozent, im bisherigen Jahres- verlauf schaut unter demStrich eine schwar- ze Null heraus. Werfen wir noch kurz einen Blick auf die Anlagestrategie dieses Fonds: Er ver- sucht drei Performancetreiber zu nutzen – internationale Anleihen, internationale Ak- tien und Währungen. Mindestens 50 Pro- zent des Vermögens sind dabei stets in Ren- tenwerten und Geldmarktprodukten ange- legt. Die flexible Anlagestrategie, die nach der besten Rentabilität sucht, soll Kapital- schwankungen abmildern. Derzeit sind im Aktienteil des Portfolios Informationstech- nologie-Werte mit rund 28 Prozent am stärksten gewichtet, gefolgt von Finanz- werten (20%) und dem Bereich Energie (11%). Bei der Länder-Gewichtung haben Aktien aus Nordamerika aktuell mit knapp credit: Shutterstock geldanlage  ° Riesen-Fonds 24 ° GELD-MAGAZIN – märz 2018 Sie werfen über 20 Milliarden Euro in die Waagschale – die volumensstärksten Aktien- und Mischfonds der Welt. Reine Geldmarkt- bzw. Anleihenprodukte erreichen sogar schwindelerregende Höhen zwischen 30 und 80 Milliarden Euro! Aber ist die schiere Größe gleichzeitig ein Qualitätskriterium für Outperformance und Stabilität? Riesen-Fonds im Realitätscheck. Harald Kolerus Gigantomanie JPM Global income Fondsvolumen: 24 Milliarden Euro – aber die Performance fällt in Euro schwach aus. iShares Core S&P 500 UCITS ETF Über 21 Milliarden Euro schwer – der iShares ETF auf US-Aktien zieht viel Kapital an.

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